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Aktien im Blick : Welche Siemens-Aktie ist die beste?

Siemens Energy: Marktführer für Gasturbinen Bild: dpa

Dreimal Siemens im Dax. Das hat noch kein Unternehmen geschafft. Ein Aktiencheck.

          3 Min.

          Spieglein, Spieglein an der Wand, welches ist die schönste Siemens-Aktie im Land? Ist es Siemens Energy, der Dax-Neuling vom letzten Herbst, ein Energieriese, der jede Menge Kraftwerke baut? Oder Siemens Healthineers, gerade neu im Dax, ein Medizintechnikgigant, der rund um die Welt Arztpraxen und Krankenhäuser mit jeder Menge modernster Geräte ausstattet? Oder ist es doch die alte Siemens AG selbst, Dax-Gründungsmitglied, Industrieriese, Zughersteller? Ernüchternde Antwort der Analysten: Wir haben auch keine Glaskugel.

          Daniel Mohr
          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Gleichwohl müssen sie Einschätzungen für die Zukunft abgeben. Raten sie zum Kauf der Aktien oder nicht? Und hier ist das Bild bei allen Siemens-Aktien ausgesprochen positiv. Fangen wir vielleicht mit der bekanntesten Siemens-Aktie an, der alten AG, mit 120 Milliarden Euro Börsengewicht die Nummer drei in Deutschland hinter Linde und SAP. Früher war Siemens auch mal ganz an der Spitze. Hat man das Zeug, wieder die Nummer eins zu werden? Vera Diehl, Fondsmanagerin von Union Investment, hält Siemens-Aktien im Portfolio und sieht Potential. „Siemens ist sehr stark im Bereich Digital Industries mit langjähriger Ingenieurs- und Digitalisierungsexpertise, aber der Bereich hat seinen wahren Wert noch nicht richtig gehoben“, sagt Diehl. So plane und baue Siemens zum Beispiel alle Produktionsstandorte von Mercedes, mit allem, was dazugehört für moderne, digitalisierte und automatisierte Abläufe einer Fabrik. Auch das Impfstoffwerk von BioNTech in Marburg habe Siemens binnen kürzester Zeit konzipiert und aufgebaut.

          Siemens Healthineers: Hersteller von Tomographen
          Siemens Healthineers: Hersteller von Tomographen : Bild: Bloomberg

          „Die starke Stellung muss Siemens besser monetarisieren mit höheren Gewinnmargen, wie sie auch die US-Wettbewerber liefern“, sagt Diehl. Daneben hat Siemens zwei weitere große Sparten, die Gebäudetechnik zur CO2-Optimierung von Büros mit Lüftungs- und Kühlsystemen, Sensoren und vielem mehr und die Mobilitätssparte, die vor allem für den Bau von Zügen bekannt ist.

          Neben den Kernbereichen hält Siemens auch noch eine Beteiligung von mehr als 75 Prozent an Healthineers und weniger als 45 Prozent an Siemens Energy. 22 von 30 Analysten raten zum Kauf der Siemens-Aktie, 7 zum Halten und einer zum Verkauf. Daniel Gleim, Analyst der Investmentbank Stifel, hat seine Einschätzung zuletzt auf Halten gesenkt. „Siemens ist ein sehr gutes Investment und hat auch zuletzt sehr überzeugt, aber das kurzfristige Potential für weitere positive Überraschungen ist im aktuellen Umfeld nun geringer“, sagt Gleim. „Siemens müsste seinen industriellen Kern der Digitalisierung und Automatisierung von Produktion und Gebäuden noch stärker in den Fokus stellen.“ Neben Healthineers, dem Energiegeschäft, aber auch der Halbleitersparte Infineon, dem Bauelementegeschäft Epcos und der Leuchtmittelsparte Osram wurden in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten schon wichtige Unternehmensteile abgegeben. Gleim würde begrüßen, wenn Siemens seinen Anteil an Health­i­neers auch auf weniger als 50 Prozent senken würde. „Mehrere Sparten unter einem Dach zu halten ergibt unternehmerisch Sinn, wenn erhebliche Synergien gehoben werden. Während es zwischen den industriellen Kernsparten Synergien gibt, fehlen diese mit der Gesundheitssparte.“

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