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: Weiteres Eigenkapital für die Helaba

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Trotz einer sogar nach eigenem Urteil sehr komfortablen Eigenkapitalausstattung verhandelt die Landesbank Hessen-Thüringen mit dem Land Hessen um eine weitere stille Einlage in Höhe von 600 Millionen Euro.

          Trotz einer sogar nach eigenem Urteil sehr komfortablen Eigenkapitalausstattung verhandelt die Landesbank Hessen-Thüringen mit dem Land Hessen um eine weitere stille Einlage in Höhe von 600 Millionen Euro. Der Vorstand argumentierte auf der Bilanzpressekonferenz, die Aufstockung des "Eigenkapitalpuffers" sei zur Sicherstellung eines kontinuierlichen Wachstums nötig. Der Vorstandsvorsitzende Günther Merl sagte aber auch, es gebe "eigentlich keinen Bedarf". Das geplante Wachstum der Risikoaktiva von zehn Prozent in den nächsten drei bis fünf Jahren lasse sich mit den vorhandenen Mitteln finanzieren. Es gelte jedoch, sich für den Wegfall der Staatshaftung ab 2005 zu wappnen.

          Die Einlage soll aus dem hessischen Investitionsfonds kommen, aus dem an und für sich Kommunen Kredite zur Infrastrukturfinanzierung abrufen können. Der Investitionsfonds soll in ein Sondervermögen umgewandelt und in die Helaba als stille Einlage eingebracht werden. Allerdings ist wegen einer anderen stillen Einlage des Landes Hessen in Höhe von 1,3 Milliarden Euro gegen die Helaba ein EU-Beihilfeverfahren anhängig. Deshalb stünde die neue stille Einlage "unter dem Vorbehalt Brüssels". Merl ist gleichwohl zuversichtlich, den Beihilfevorwurf widerlegen zu können, da die "alte" stille Einlage von Beginn an, also seit Jahresanfang 2001, mit einem marktüblichen Aufschlag von 1,4 Prozent vergütet worden sei.

          Das Ergebnis des Geschäftsjahres 2002 nannte Merl "vor dem Hintergrund der schwierigen Rahmenbedingungen zufriedenstellend". Alle acht Kerngeschäftsfelder weiteten ihr Geschäftsvolumen aus (siehe Tabelle). Wesentlich für das Betriebsergebnis vor Risikovorsorge, das um 29 Prozent auf 283 Millionen Euro stieg, war der deutlich höhere Zinsüberschuß. Der Helaba sei es gelungen, anstatt der Kommunalkredite mit niedrigen Margen zunehmend anspruchsvollere Finanzierungen an Großkunden zu vergeben. Zudem sei das Brutto-Ergebnis des Handels zu 40 Prozent in den Zinsüberschuß von 715 Millionen Euro eingeflossen. Im Bestand der Helaba stehen Kreditderivate mit einem Nominalvolumen von 3,8 Milliarden Euro. Ratingagenturen hatten eine Diskussion um deren hohe Risiken angestoßen. Der Vorstand betonte, lediglich 300 Millionen Euro im Handelsbuch seien offene Positionen.

          Weil sie mit 236 Millionen Euro (Vorjahr: 109 Millionen) für Risiken im Kreditgeschäft vorsorgen mußte, erlitt die Helaba wie fast alle Banken nach Bewertung einen Gewinneinbruch um 18 Prozent auf 74 Millionen Euro. Das höchste Einzelengagement, ein Kredit an die Authentos-Gruppe in Höhe von rund 400 Millionen Euro, wurde um einen "hohen zweistelligen Millionen Euro-Betrag" wertberichtigt. Auf kritische Nachfragen hieß es, man fühle sich mit dem Engagement deutlich wohler, nachdem Authentos das Kartengeschäft als wesentliche Verlustquelle verkauft hat. Die Helaba hob stille Reserven, mit denen die versteuerte Rücklage für allgemeine Bankrisiken um 297 Millionen Euro aufgestockt wurde. (siehe Rhein-Main-Zeitung) (ham.)

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