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Weidmann warnt : Kein Sprungbrett für großangelegte EU-Verschuldung

  • Aktualisiert am

Jens Weidman ist seit 2011 Präsident der Deutschen Bundesbank. Bild: Reuters

Der Bundesbankpräsident spricht sich für finanzielle Solidarität in der Europäischen Union aus. Doch Gemeinschaftsschulden hält er für bedenklich.

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          Jens Weidmann sieht die Aufnahme gemeinsamer Schulden der EU-Staaten zur Bewältigung der Corona-Krise kritisch. „Gemeinschaftsverschuldung für umfangreiche Transfers halte ich grundsätzlich für bedenklich“, sagte der Präsident der Deutschen Bundesbank den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Zumindest sollte das Paket nicht als Sprungbrett für großangelegte EU-Verschuldung zur regulären Haushaltsfinanzierung dienen.“

          Es sei aber wichtig, dass sich die EU in der Krise als handlungsfähig erwiesen habe. „Solidarität in Europa – auch finanzielle – halte ich in dieser Situation für richtig“, sagte Weidmann. „Damit die Mittel sinnvoll und effizient verwendet werden, braucht es Kontrollmechanismen.“

          Die EU-Staaten hatten sich beim jüngsten Gipfel sehr schwer mit der Einigung getan und vier Tage und Nächte gerungen. Der Weg für den Gesamtdeal wurde frei, nachdem die sogenannten sparsamen Staaten akzeptiert hatten, dass gemeinsame Schulden aufgenommen werden und Geld als Zuschuss an EU-Staaten geht. Im Gegenzug willigten Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien ein, die Summe dieser Zuschüsse von 500 Milliarden auf 390 Milliarden Euro zu verringern.

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