https://www.faz.net/-gv6-98kkt

Wegen Datenskandal : Facebook verschiebt Präsentation eines smarten Lautsprechers

  • Aktualisiert am

Facebook-Chef Mark Zuckerberg steht in diesen Tagen gehörig unter Druck. Bild: Reuters

Facebook verschiebt die Präsentation eines smarten Lautsprechers. Zudem droht dem Konzern noch weiterer Ärger wegen eines Datenschutz-Verstoßes beim Messenger-Dienst.

          1 Min.

          Facebook verschiebt laut einem Medienbericht die Vorstellung seines eigenen vernetzten Lautsprechers mit einem digitalen Assistenten wegen des aktuellen Datenskandals. Das Online-Netzwerk habe die Geräte, mit denen auch Videokonferenzen möglich seien, ursprünglich auf seiner Entwicklerkonferenz F8 Anfang Mai zeigen wollen, schrieb Bloomberg jüngst.

          Facebook stelle jetzt den Datenschutz bei den Lautsprechern noch einmal vertieft auf den Prüfstand, hieß es unter Berufung auf informierte Personen. Es sei aber weiterhin geplant, sie im späteren Jahresverlauf auf den Markt zu bringen.

          Facebook ist in den vergangenen Wochen wegen des Datenskandals um die Firma Cambridge Analytica massiv unter Druck geraten. Die Analysefirma, die unter anderem für das Wahlkampfteam von Donald Trump arbeitete, hatte sich auf unerlaubte Weise Informationen von Dutzenden Millionen Facebook-Nutzern beschafft, die eine Umfrage-App gesammelt hatte. Facebook erfuhr 2015 davon, gab sich aber mit der Zusicherung zufrieden, dass die Daten gelöscht worden seien. Die betroffenen Nutzer wurden nicht informiert - was jetzt nachgeholt werden soll.

          Facebook

          -- -- (--)
          • 1T
          • 1W
          • 3M
          • 1J
          • 3J
          • 5J
          Zur Detailansicht

          In der aktuellen Situation könnten Verbraucher schwer zu überzeugen sein, sich einen auf Kommando zuhörenden Facebook-Lautsprecher mit einer Kamera ins Haus zu holen. Vernetzte Lautsprecher sind ein wachsender Markt, der bisher vor allem von Amazons Echo-Geräten mit der digitalen Assistentin Alexa beherrscht wird. Google versucht gerade, mit der Kombination aus seinen Home-Lautsprechern und dem Google Assistant aufzuholen - und Apple brachte vor kurzem sein Konkurrenzgerät HomePod mit Siri an Bord auf den Markt.

          Klage wegen Datenschutz-Verstoß beim Messenger

          Zudem droht Facebook weiterer Ärger: Drei Nutzer des weltgrößten Internet-Netzwerkes verklagten den Konzern am Dienstag vor einem Bezirksgericht in Kalifornien wegen Verstößen gegen den Datenschutz bei seiner Messenger-App. Die Beschwerdeführer, die eine Sammelklage anstreben, werfen Facebook vor, Protokolle von Telefonaten und Textnachrichten aufzubewahren. Sie fordern Schadenersatz, ohne genaue Angaben zu machen. Facebook war zunächst für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

          Am Sonntag hatte Facebook eingeräumt, von einigen Nutzern die Chronik von Telefonaten und Nachrichten aufzubewahren, allerdings ohne Inhalte. Dies sei bei Mitgliedern der Fall gewesen, die sich über ein Android-Betriebssystems eingewählt hätten. Android ist eine Software von Google.

          Weitere Themen

          Swiss Re warnt vor Zombie-Unternehmen

          Corona-Krise : Swiss Re warnt vor Zombie-Unternehmen

          Die Finanzkrise im Jahr 2008 löste eine Liquidiitätsschwemme aus. Noch zu ihrem Beginn habe der Anteil der Unternehmen mit zu niedrigen Barmitteln 11 Prozent betragen. Nun ist er doppelt so hoch, warnen die Fachleute von Swiss Re.

          Aktionärsaufstand erschüttert Japans Wirtschaft

          Toshiba-Aktionäre : Aktionärsaufstand erschüttert Japans Wirtschaft

          Die Anteilseigner des kriselnden Traditionsunternehmens Toshiba haben zwei Spitzenmanager abgewählt. Das ist eine ungewöhnliche Eskalation eines Konflikts in Japans sonst auf Konsens ausgerichteter Wirtschaft und Gesellschaft.

          Topmeldungen

          Rutte fordert Orbán heraus : „Viktor, warum bleibst Du in der EU?“

          Mit seiner Politik gegen Homosexuelle steht der ungarische Ministerpräsident im Kreis der Regierungschefs ziemlich allein da. Erstmals wird die Zugehörigkeit seines Landes zur Union offen in Frage gestellt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.