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Tagesgeld : Brot und Zinsen

„Panem et circenses“: Mit Brot und Spielen sollte im alten Rom das Volk bei Laune gehalten werden. Bild: Picture Alliance

Bei manchen Banken gibt es jetzt wieder etwas höhere Zinsen aufs Tagesgeld. Was ist davon zu halten?

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          Fast kann man den Eindruck haben, viele Banken sind überrascht worden davon, dass es überhaupt jemals wieder positive Zinsen gibt. Eine ganze Reihe deutscher Institute befindet sich noch mitten drin in Rechtsstreitigkeiten über die Zulässigkeit von Negativzinsen. Und unlängst erst hatte die Stadtsparkasse Düsseldorf noch mal 1,24 Millionen Euro an Sparergeld zur Hinterlegung ans Amtsgericht überwiesen, weil die Kontoinhaber sich nicht auf Briefe meldeten, mit denen Negativzinsen eingeführt werden sollten.

          Diese Ära scheint nun zum Glück vorbei. Die Negativzinsen verschwinden nach und nach. Und erste Institute bieten sogar wieder positive Zinssätze auf dem Tagesgeldkonto an. Zum Teil scheint es nur um „Brot und Spiele“ zu gehen, um das Kundenvolk bei Laune zu halten: Finanziell gesehen sind selbst die höheren Zinsen marginal und nach Abzug der Inflation tief rot.

          Es ist aber auch ein Phänomen zu beobachten, das in ähnlichen Situationen schon öfters auftauchte: Exotische oder weniger bekannte Banken, zum Teil aus dem EU-Ausland, locken mit etwas höheren Zinsen als der Schnitt.

          Ob es sich lohnt, für wenige Zehntelprozentpunkte sein Geld dorthin zu transferieren, ist aber mehr als fraglich. Erfahrungen mit Instituten wie der Greensill Bank, dem portugiesischen Banco Espírito Santo, der bulgarischen Fibank und zuvor der isländischen Bank Kaupthing zeigten, dass Risikoaufschläge auf Sparzinsen von Banken bisweilen dann doch nicht so ganz ohne Grund gezahlt werden.

          Christian Siedenbiedel
          Redakteur in der Wirtschaft.

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