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Derivate-Markt : Was Anleger über Zertifikate wissen sollten

  • -Aktualisiert am

Riskante Kurven: Dax-Chart an der Frankfurter Börse Bild: Wolfgang Eilmes

Die künstlichen Papiere dienen entgegen eines Vorurteils nicht allein der Spekulation, sondern auch der Absicherung. Sie eignen sich aber nur für Erfahrene.

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          Die Marktturbulenzen angesichts der Corona-Epidemie haben vielen Anlegern herbe Verluste beschert. Dadurch richtet sich der Blick auch auf strukturierte Finanzprodukte wie Zertifikate, die von Kritikern als besonders riskant dargestellt werden. Während der Finanzmarktkrise im Jahr 2008 sind diese auch an deutsche Privatanleger verkauften Zertifikate der insolvent gegangenen Lehman-Bank ins kollektive Gedächtnis eingegangen. Trägt diese in der Tat vielfältige Anlageklasse ihren schlechten Ruf zu Recht – und was sollten Anleger über diese Finanzprodukte wissen?

          Mark Fehr

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Zertifikate sind künstliche Finanzprodukte und für Anleger sinnvoll, die Strategien verfolgen, die sich mit dem direkten Kauf von Wertpapieren nicht erreichen lassen. So besteht eine wichtige Funktion von Zertifikaten darin, dass Anleger nicht nur auf steigende Kurse, sondern auch auf fallende Kurse setzen können. Dadurch entsteht Waffengleichheit mit Profi-Investoren, die mit Leerverkäufen auf Markteinbrüche spekulieren. Privatanleger können keine Aktien für Leerverkäufe leihen, doch können sie Zertifikate kaufen, die sich in die entgegengesetzte Richtung entwickeln wie eine Aktie oder ein anderer Basiswert. Solche „Puts“ schützen das Portfolio vor Verlusten, sie dienen also häufig der Absicherung und nicht der Spekulation. Mit Hebeln können Zertifikate-Anleger die Auswirkungen von Kursschwankungen des Basiswerts auf ihr Depot verstärken.

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