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Didi-Delisting : China löst sich von der Wall Street

Neues Ziel Hongkong: Didi-Fahrer chauffiert einen mit App bewaffneten Fahrgast durch Peking. Bild: Bloomberg

Der erst vor einem halben Jahr in New York notierte chinesische Fahrdienst Didi zieht sich auf Druck der übermächtigen Kommunistischen Partei zurück – und lässt sich stattdessen in Hongkong listen.

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          Es ist nicht lange her, da war ein Börsengang in den USA der Traum vieler chinesischer Un­ternehmer. Zwar mangelt es auch in China nicht an Geld. Doch die Tiefe und Ausgereiftheit des amerikanischen Kapitalmarkts, der Firmen zu disziplinieren und anzutreiben vermag und ihnen weltweites Prestige verschafft, galt auch in der aufstrebenden Volksrepublik lange als unerreicht. Als der E-Commerce-Konzern Alibaba am 19. September 2014 bei der bis dahin größten Erstnotiz 25 Milliarden Dollar einsammelte, ließ es sich Unternehmensgründer Jack Ma nicht nehmen, unter dem Blitzlichtgewitter der Fotografen selbst die Glocke zum Auftakt des Handelstags zu schlagen. Doch als der chinesische Fahrdienst Didi Chuxing, zu diesem Zeitpunkt mit einer Bewertung von 68 Milliarden Dollar nicht sehr viel kleiner als der amerikanische Konkurrent Uber, Ende Juni wie Alibaba an die New York Stock Exchange (NYSE) ging, war niemand aus der Un­ternehmensleitung zu sehen.

          Hendrik Ankenbrand
          Wirtschaftskorrespondent für China mit Sitz in Schanghai.

          Im neuen „Kalten Krieg“, von dem in der Beschreibung der aktuellen chi­ne­sisch-amerikanischen Beziehungen oft die Rede ist, haben sich die Zeiten geändert. Pekings Regulatoren hatten Didi vor dem Listing ihre Furcht signalisiert, bei einem Börsengang im Land des Erzfeinds könnten die Massen an Daten über Fahrten der Didi-Taxis durch Chinas Städte am Ende bei den amerikanischen Ge­heimdiensten landen. Ohne viel Trara zog das Unternehmen auf Druck seiner Gesellschafter wie dem japanischen Softbank-Konzern das Listing trotzdem durch. Zwei Tage später verbot Chinas Regierung Didi jegliches Neugeschäft – und hat das kurze Stelldichein am ame­rikanischen Finanzmarkt nun gänzlich be­endet.

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