„Eine Krise von neuer Dimension ist möglich“
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Otmar Issing, 83, war von 1998 der erste EZB-Chefvolkswirt. Vorher arbeitete er für die Bundesbank. Heute ist er Präsident des Center for Financial Studies in Frankfurt. Bild: Frank Röth
Der frühere EZB-Chefvolkswirt Otmar Issing hält die aktuelle Geldpolitik der Zentralbank für gefährlich und warnt vor der Risikolust der Anleger. Ist eine schnelle Zinserhöhung die Lösung?
Herr Issing, die Politik der Europäischen Zentralbank (EZB) erfülle Sie mit Sorge, haben Sie jüngst in einem vielbeachteten Memorandum geschrieben. Was genau sorgt Sie?
Den Text haben neben mir auch führende ehemalige Notenbanker aus Deutschland, Frankreich, den Niederlanden und Österreich unterzeichnet. Es war wichtig, dies nicht als rein deutsche Initiative dastehen zu lassen. Seit meinem Ausscheiden aus dem Amt des EZB-Chefvolkswirts 2006 bin ich eigentlich immer dem Prinzip gefolgt, dass Ehemalige wie ich schweigen sollten zum Geschäft der Aktiven. Aber nun fühlte ich mich verantwortlich, Stellung zu nehmen zu einer Entwicklung, die ich für bedenklich halte. Die EZB hat sich auf einen gefährlichen Weg begeben.
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