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Pfund auf Rekordtief : Europas Währungen werden immer schwächer

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Kein schöner Tag fürs Pfund: Die britische Währung hat einen Kurssturz hinter sich. Bild: dpa

Der Dollar wird gegenüber den europäischen Währungen immer stärker. Das Pfund sackt zwischenzeitlich auf ein Allzeittief, der Euro ist so billig wie seit 20 Jahren nicht mehr. Was die Gründe dafür sind, und was daraus folgt.

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          Der US-Dollar ist an den Finanzmärkten weiter stark gefragt. Im Gegenzug geraten andere Währungen unter teils erheblichen Druck. In der Nacht zu Montag sackte der Euro kräftig ab und fiel abermals auf einen 20-jährigen Tiefstand. Das britische Pfund sank zum Dollar sogar auf den tiefsten jemals erreichten Stand.

          Ein Euro kostete in der Nacht im Tief rund 0,95 Dollar und damit so wenig wie zuletzt im Jahr 2002. Das britische Pfund brach zeitweise um fast 5 Prozent bis auf 1,0350 Dollar ein. Das war ein Rekordtief. Im frühen Handel am Montag konnten sich sowohl der Euro als auch das Pfund wieder etwas erholen.

          Und wie stehen Pfund und Euro zueinander? Auch gegenüber der europäischen Gemeinschaftswährung hat das britische Pfund zuletzt stark an Wert verloren. Noch im August kostete ein Pfund 1,19 Euro, inzwischen ist es nur noch 1,10 Euro wert.

          Was ein starker Dollar bewirkt

          Der starke Dollar wirkt sich an verschiedenen Stellen aus. So verteuert er aus Sicht der Eurozone zum Beispiel die Preise für Rohöl und Gold zusätzlich, weil diese Rohstoffe an den Weltmärkten vor allem in Dollar gehandelt werden. Außerdem verteuern sich Waren, die aus den Vereinigten Staaten nach Europa importiert werden. Im Gegenzug werden Waren aus der Eurozone und Großbritannien im Rest der Welt günstiger, was sich positiv auf die hiesigen Unternehmen und deren Verkäufe auswirken sollte.

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          Der Dollar profitiert schon seit längerem als sichere Alternative von den vielen krisenhaften Entwicklungen auf der Welt, insbesondere dem Ukraine-Krieg. Der Euro wird vor allem durch die Energiekrise in Europa belastet. Hinzu kommt, dass die amerikanische Notenbank Federal Reserve ihre Zinsen zuletzt deutlich entschiedener angehoben hat als etwa die Europäische Zentralbank. Das lockt zusätzlich Investoren in den Dollar-Raum.

          Der Wahlausgang in Italien, wo politisch rechte Kräfte die Oberhand gewannen, könnte den Euro zusätzlich belastet haben. Das britische Pfund hat in den vergangenen Tagen drastisch an Wert verloren. Fachleute nennen vor allem die starken Steuersenkungen und sonstigen Entlastungen der neuen Regierung unter Premierministerin Liz Truss als Unsicherheitsfaktor.

          Der finanzpolitische Kurs bereite dem Devisenmarkt mit Blick auf die steigende Staatsverschuldung große Sorgen, kommentierte Expertin You-Na Park-Heger von der Commerzbank.

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