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Wahlkampf 2016 : Warum die Deutsche Bank Trump keinen Kredit geben wollte

Donald Trump steigt in die Air Force One. Bild: AFP

Donald Trump bat die Deutsche Bank im Jahr 2016 um Geld, um eine Hotelanlage in Schottland zu renovieren, berichten zwei große amerikanische Zeitungen. Sein Unternehmen dementiert.

          Die enge langjährige Geschäftsbeziehung der Deutschen Bank mit Donald Trump hat nach Medienberichten einen Rückschlag erhalten, als das Finanzinstitut dem Immobilienentwickler im Jahr 2016 einen Kredit in Millionenhöhe verweigerte. Trump wollte das Geld demzufolge mit einem Golf Resort in Miami besichern und ein Golf Resort im schottischen Turnberry renovieren.

          Winand von Petersdorff-Campen

          Wirtschaftskorrespondent in Washington.

          Sowohl die „New York Times“ als auch das „Wall Street Journal“ berichten unter Berufung auf anonymen Quellen über den Kreditantrag. Eine Sprecherin der Trump Organisation hat den Vorfall allerdings dementiert.

          Nach Darstellung der „Times“ bekam die Deutsche Bank kalte Füße, weil Trump nach gewonnenen Vorwahlen in wichtigen Bundesstaaten gute Chancen hatte, Präsidentschaftskandidat der Republikaner und damit sogar Präsident zu werden. Die Führung der Deutschen Bank war sich nicht einig.

          Das Institut und Trump hegten eine langjährige Geschäftsbeziehung, im Zuge derer die Trump Organisation mindesten 2,5 Milliarden Dollar von der Deutschen Bank geliehen hatte. Die hausinternen Kritiker wiesen auf das Risiko hin, dass sie bei einem Ausfall des Kredits vor der Wahl stehen könnten, Vermögen des amerikanischen Präsidenten zu verpfänden oder auf die Eintreibung der Forderung zu verzichten.

          Die Banker machten sich auch darüber Sorgen, dass der Kredit als indirekte Wahlkampfhilfe hätte interpretiert werden können, deutet das Wall Street Journal an. Zu den Personen im Führungskreis, die den Kredit schließlich abgelehnt haben, soll der später zum Vorstandsvorsitzenden beförderte Christian Sewing gehört haben.

          Das Wall Street Journal berichtet noch über eine weitere interessante Entwicklung. Demzufolge hat die Deutsche Bank Ende des Jahres 2016 versucht, sich von einem Kredit an die russische Staatsbank VTB in Höhe von 600 Millionen Dollar zu trennen. Es gelang demzufolge schließlich 300 Millionen Dollar an ein russisches Institut weiter zu reichen. In den letzten Monaten des Jahres 2016 waren Vorwürfe laut geworden, die russische Regierung versuche auf die amerikanischen Präsidentschaftswahlen Einfluss zu nehmen mit dem Ziel Trump ins Weiße Haus zu bringen.

          Zwei Ausschüsse des Repräsentantenhauses bereiten aktuell eine Untersuchung der Geschäfte der Deutschen Bank vor als Teil einer größeren Ermittlung, die Verbindungen Trumps mit Russland aufzudecken. Die beiden demokratischen Vorsitzenden der Ausschüsse, Maxine Waters und Adam Schiff, haben die Macht, Bankmanager vorzuladen und interne Dokumente einzusehen und können Strafen verhängen, wenn ihre Anweisungen nicht befolgt werden. Die Deutsche Bank hatte vergangene Woche bestätigt, dass sie Anfragen von den Ausschüssen erhalten hatte.

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