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Dow Jones und S&P 500 : Warum amerikanische Aktien sich kaum bewegen

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Bloß keine Aufregung: Trader in New York. Bild: dpa

Die Welt schlittert immer weiter in Richtung Handelskrieg – und die amerikanischen Aktien-Indizes reagieren kaum. Investoren geben dafür eine einfache Erklärung.

          Donald Trump schießt einen Tweet nach dem anderen gegen China und Europa ab, ehemals freihandelnde Staaten erheben wieder Zölle – and was tun die großen amerikanischen Aktien-Indizes? Sie bewegen sich kaum. Am Freitag verabschiedeten sich die amerikanischen Aktienmärkte ohne klare Richtung ins Wochenende. Während die Standardwerte an der Wall Street mehrheitlich zu einer moderaten Erholung ansetzten, endeten die Technologieaktien an der Nasdaq überwiegend im Minus. Nach einem festeren Auftakt hatte der Leitindex Dow Jones über weite Strecken des Handels vor sich hingedümpelt und mit einem Plus von 0,49 Prozent bei 24 580,89 Punkten geschlossen.

          Amerikanische Investoren sehen den Grund dafür darin, dass sich die Gewinnerwartungen der Aktionäre trotz allen kurzfristigen Einflüssen nicht verändert haben. „Das schaltet sicherlich einige Auswirkungen stumm, die wir sonst sehen würden“, sagte Peter Jankovskis, Vize-Investmentchef der amerikanischen Investmentfirma Oakbrook Investments, der Nachrichtenagentur Bloomberg. „Das ist ein Teil des Grundes, warum wir derzeit nicht die dramatischen Bewegungen am Markt sehen, die wir im ersten Quartal hatten.“

          Starke Bewegungen blieben zwar aus, die Wochenbilanz des amerikanischen Leitindexes fiel mit einem Verlust von rund 2 Prozent klar negativ aus. Der schwelende Handelskonflikt hatte dem Dow acht Verlusttage in Folge eingebrockt, erst am Freitag war es wieder um das knappe halbe Prozent nach oben gegangen.

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          Dow Jones

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          Der Ölsektor profitierte von deutlich gestiegenen Ölpreisen. Die Opec-Staaten haben sich auf eine nur leicht erhöhte Ölförderung geeinigt. Die Aktien von Chevron und Exxon Mobil gehörten mit Gewinnen von jeweils über 2 Prozent zu den attraktivsten Dow-Werten. Die Papiere des Ölförderers Conoco-Phillips sowie der Ölfeldausrüster Schlumberger und Halliburton waren mit Kursaufschlägen zwischen 2,8 und 4,1 Prozent ebenfalls gefragt.

          Schlusslicht im Nasdaq 100 waren die Tesla-Aktien mit einem Abschlag von rund 4 Prozent. Die negativen Nachrichten rund um den Elektroautobauer reißen nicht ab. Nach dem holprigen Produktionsstart des Hoffnungsträgers Model 3 und der Nachricht über Sabotage durch einen Mitarbeiter macht dem Unternehmen auch noch ein Brand im Tesla-Werk in Fremont zu schaffen. Zudem litten die Papiere unter kritischen Analystenkommentaren.

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