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Wachsender Wohlstand : Warren Buffett wettet auf reiche Hauskäufer aus China

  • -Aktualisiert am

Immobilien in Vancouver waren zuletzt unter ausländischen Käufern äußerst beliebt. Bild: ALANA PATERSON/The New York Time

Vermögende Asiaten haben in den vergangenen Jahren Milliardensummen in ausländische Immobilien investiert. Auch Berlin steht auf der Liste der Kaufinteressenten.

          Die Seiten der chinesischen Immobilienplattform Juwai.com sind klug gemacht. Es gibt dort für englischsprachige Immobilienmakler und Entwickler eine Menge Marketingmaterial zum „großen Aufstieg der chinesischen Verbraucher“, die in den vergangenen Jahren auf den internationalen Immobilienmärkten „von luxuriösen Vorzeigeobjekten und Weingütern bis zu bescheideneren Apartments“ alles gekauft haben, was ihnen ihr wachsender Wohlstand ermöglichte. Juwai schätzt, dass chinesische Käufer im vergangenen Jahr die Rekordsumme von 40 Milliarden Dollar in internationale Immobilien investiert haben.

          Norbert Kuls

          Freier Autor in der Wirtschaft.

          Das Portal, das seit kurzem auch in Kooperation mit dem zweitgrößten chinesischen Online-Händler JD.com Immobilien in den Vereinigten Staaten, Großbritannien, Australien und Kanada an Chinesen vermarktet, suggeriert anhaltende Nachfrage. Juwai kalkuliert, dass Chinesen im Jahr 2020 ausländische Immobilien im Wert von 220 Milliarden Dollar erwerben werden. Diese Informationen gibt es auch in – etwas holprigem – Deutsch, aber englischsprachige Länder sind bisher das vorrangige Ziel. Die meisten Anfragen chinesischer Kaufinteressenten gab es laut Juwai im vergangenen Jahr für Objekte in den Vereinigten Staaten, gefolgt von Australien, Thailand, Kanada, Großbritannien und Neuseeland. Deutschland, vor allem Berlin, rangiert auf Platz sieben.

          Auch der „Makler des Monats“ für Juni, den Juwai auf der Seite vorstellt, unterstreicht diesen Trend. Die beschriebene Erfolgsgeschichte von Ben Chen aus Chicago ist der Verkauf einer Hochhaus-Wohnung für 970000 Dollar an eine Frau Ye, die das Apartment für ihre Tochter gekauft hat. Chicago gehört nicht zu den ersten Städten, die Chinesen einfallen, wenn sie an Immobilienkäufe in den Vereinigten Staaten denken.

          Chicago ist ein „Rohdiamant“

          Die meisten Klicks auf der Juwai-Seite gab es im Jahr 2017 für Los Angeles, New York City und Seattle. Chen bezeichnet Chicago daher als „Rohdiamanten“. „Typischerweise gehen die meisten chinesischen Käufer entweder an die Westküste oder die Ostküste, wo die Immobilien in den Großstädten aber schon sehr teuer sind“, sagt Chen. Die Firma, für die Chen in Chicago tätig ist, gehört zum Netzwerk des Immobilienmaklers Berkshire Hathaway Home Services und damit zum Imperium des Starinvestors Warren Buffett. Berkshire Hathaway Home Services hat seit April 2017 seine gesamten Angebote auf Juwai gelistet. Buffett rechnet offenbar auch mit anhaltender Nachfrage aus China.

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          Aber in einigen Ländern gibt es deswegen politischen Gegenwind. „Regierungen überall auf der Welt haben neue Restriktionen und Steuern eingeführt, um die Spekulation auf Häuserpreise einzudämmen und das Problem von knappen und unbezahlbaren Wohnungen anzugehen“, resümieren die Analysten von Christie‘s International Real Estate in ihrer jüngsten Studie zum Markt für Luxusimmobilien. Insbesondere in Kanada und Australien, wo es noch relativ bezahlbare Immobilen und eine große chinesischsprachige Bevölkerung gibt, haben regionale Regierungen in den vergangenen Jahren auf die Bremse getreten.

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