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Investoren-Legende : Jetzt hat Warren Buffett verraten, wer ihm nachfolgt

Warren Buffett und Charlie Munger bei ihrer legendären Hauptversammlung, dem „Woodstock der Kapitalisten“. Bild: Reuters

Seit Jahren spekulieren Anleger und Fans, wer Warren Buffett an der Spitze von Berkshire Hathaway ablösen wird. Nun machte der Neunzigjährige eine Ansage.

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          Die Wirtschaftswelt hat ja schon so manches gesehen, aber der Kult um die Beteiligungsgesellschaft Berskhire Hathaway dürfte einzigartig sein und auch ewig bleiben. Ruft das Management zur jährlichen Hauptversammlung, dann pilgern normalerweise Zehntausende zum Tagungsort. Als „Woodstock der Kapitalisten“ wird die Veranstaltung gerne bezeichnet. Selbst aus Deutschland fliegen viele Aktionäre über den großen Teich, um den Ausführungen der legendären Führungscrew zu folgen und sich inspirieren zu lassen: Von Warren Buffett und Charlie Munger.

          Inken Schönauer
          (ins.), Wirtschaft

          Die beiden Herren, der eine inzwischen 90 Jahre, der andere 97 Jahre alt, prägen seit Jahrzehnten die Geschicke des amerikanischen Unternehmens, das vor vielen Jahren selbst vor dem Ruin stand. Das Duo baute es zur Beteiligungsgesellschaft um und bewies erstaunliches Gespür. Die Investments waren überwiegend sehr erfolgreich und damit wegweisend für andere Anleger.

          Das brachte Warren Buffett den Spitznamen „Das Orakel von Omaha“ ein. In welche Unternehmen wird Buffett als nächstes investieren? Die Anleger kleben stets an seinen Lippen – in diesem Jahr abermals allerdings virtuell, denn Corona hat natürlich auch diese Veranstaltung ins Internet verlegt.

          „Besser als Buffett“

          Angesichts des fortgeschrittenen Alters der Herren Buffett und Munger fragen sich die Anleger und Fans, was aus Berkshire Hathaway wird, wenn das Unausweichliche kommt: Das Lebensende der beiden Ikonen. Seit mehr als 15 Jahren orakeln sie darüber, wer Buffett im Amt beerben könnte. Seit Jahren werden die Namen Greg Abel und Ajit Jain genannt.

          Nun hat man sich offenbar auf Abel festgelegt. „Greg wird die Kultur hochhalten“, hatte Munger auf der Hauptversammlung am Samstag gesagt – und Buffett legte zu Wochenbeginn nach. „Die Unternehmensführung ist sich einig, dass Greg morgen übernehmen würde, wenn mir heute Abend etwas passiert“, sagte Buffett dem amerikanischen Fernsehsender CNBC. Beobachter sehen das Rennen zwischen den beiden Kandidaten damit als entschieden an. Im gleichen Interview lobte Buffett neben Abel aber auch Jain, der die Versicherungssparte bei Berkshire Hathaway verantwortet.

          Der 59 Jahre alte gebürtige Kanadier Abel ist Vorstandsvorsitzender der Berkshire Hathaway Energy und zudem für alles verantwortlich, was nicht in den Versicherungsbereich seines Kollegen Jain fällt. Begonnen hat er seine Karriere als Buchhalter bei der Beratungsfirma Pricewaterhouse Coopers und wechselte Anfang der neunziger Jahre zum Energieunternehmen CalEnergy, das einige Jahre später das Unternehmen MidAmerican übernahm. In dieses fusionierte Unternehmen investierte Berkshire Hathaway im Jahr 1999 und wurde damit zum Großaktionär. 2008 wurde Abel Vorstandsvorsitzender der Gesellschaft, die kurz darauf in Berkshire Hathaway Energy umbenannt wurde.

          Abel hat die Gesetze von Berkshire Hathaways Erfolg von Grund auf studiert. Buffett soll an Abel schätzen, dass er mit Bedacht, aber sehr konsequent vorgeht. MidAmerican Energy soll er so zu einem der größten Energieversorger Amerikas geformt haben, der rund 10 Prozent zu den Umsätzen der Beteiligungsgesellschaft beisteuert.

          Deswegen war es eigentlich auch gar kein großes Geheimnis, dass Abel schon lange auf der vermeintlich geheimen Liste stand, die Buffett und Munger schon vor Jahren anfertigten: Die geheime Liste mit den potentiellen Nachfolgern. Wie in so vielen Unternehmen, die so stark von ihren Führungspersönlichkeiten geprägt waren, fragt man sich, wie die Unternehmen mit den Nachfolgern an Erfolge anknüpfen können.

          Schon im Jahr 2015 hatte Munger dafür eine Antwort parat. In einem Brief an die Aktionäre schrieb Munger, dass beide – also Abel und Jain – unterbewertet wären, wenn man sie als „Weltklasse“ bezeichnen würde. „In vielerlei Hinsicht, sind beide bessere Geschäftsleute als Buffett“.

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