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Sberbank-Pleite : Ohne Vollkasko

Sberbank Bild: dpa

Anleger waren auf de Suche nach etwas mehr Zinsen und wurden bei der Sberbank Europe fündig. Das nun als Gier zu bezeichnen, wäre übertrieben.

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          Hinterher ist man immer schlauer. Hätten Anleger vorher gewusst, dass der russische Präsident Putin 2022 einen Krieg anzettelt, der neben den vielen menschlichen Tragödien auch so verheerende wirtschaftliche Konsequenzen mit sich bringt, sie hätten ihr Geld sicher nicht bei der russischen Sberbank geparkt.

          In Zeiten der abgeschafften Zinsen ist es Anlegern kaum vorzuwerfen, in der hiesigen Bankenlandschaft nach Mini-Rendite zu suchen. Bei der Sberbank Europe mit Sitz in Wien haben sie diese gefunden. Zinssätze von nur knapp über der Grasnarbe von Null Prozent kann man wirklich nicht mit Gier gleichsetzen.

          Es ist Teil des gewollten Wettbewerbs, dass Kunden ihre Gelder dort anlegen, wo sie es wollen – mit allen Risiken, die das mit sich bringt. Zu diesen gehört, dass die Einlagensicherung im Falle der Sberbank Europe nur bis zu einer Höhe von 100 .000 Euro greift. Die Mehrzahl der Kunden dürfte schnell und unkompliziert an ihr Geld kommen.

          Beschwerden derjenigen, die über der 100 .000-Schwelle investiert sind, sind unangebracht, denn die Konditionen sind bekannt. Das Missfallen von Kleingedrucktem in Bankunterlagen ist nachvollziehbar, aber dort wird man sicher zu den Konditionen fündig. Zudem ist die Sberbank Europe kein Präzedenzfall. Vor einigen Jahren machte die isländische Kaupthing Bank von sich reden, die leider auch nicht hielt, was sie versprach. Geldanlage kommt nie mit Vollkaskoversicherung.

          Inken Schönauer
          Redakteurin in der Wirtschaft, verantwortlich für den Finanzmarkt.

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