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Unruhe in der Privatbank : Warburg-Partnerin Manuela Better verlässt die Bank

Manuela Better Bild: ddp images/Sebastian Widmann

Jetzt ist der Abgang der Risikochefin offiziell. Beim Abbau von Risiken im Schiffskreditgeschäft ist die Warburg-Bank zuletzt gut vorangekommen. Aber die hohen Anwaltskosten im Cum-Ex-Komplex wiegen schwer.

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          Jetzt ist es offiziell: Die Privatbank M.M. Warburg & Co bestätigte am Dienstag den Abgang ihrer Partnerin Manuela Better. Dass die frühere Vorstandschefin der Hypo Real Estate über einen Aufhebungsvertrag verhandelt und damit nach nur einem Jahr vor dem Abschied bei Warburg steht, hatte die F.A.Z. am 12. Juli berichtet. Better, bisher für die Kontrolle der Risiken verantwortlich, scheidet zum 1. August aus der Warburg-Bank aus, angeblich „in bestem Einvernehmen“. Warburg bestätigte auch, dass Markus Bolder auf Better folgt. Er war zuvor für das Bankhaus Lampe und die Erste Abwicklungsanstalt der West LB tätig. Zusammen mit Stephan Schrameier bildet Bolder bis auf Weiteres ein Führungsduo.

          Kleiner Gewinn in 2021

          Hanno Mußler
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Neben dem Revirement in ihrer Chefetage berichtete das Geldhaus auch über seinen Geschäftsverlauf. Dabei wiegen die Kosten für Anwälte, die sie zur Bewältigung ihrer Cum-ex-Vergangenheit beschäftigt, schwer. Zwar schaffte die Bank 2021 einen kleinen Nettogewinn von 59.000 Euro nach einem Verlust von 7,9 Millionen Euro im Vorjahr. Allerdings blieb sie operativ in der Verlustzone, wie die Kosten-Ertrags-Quote zeigt: Demnach musste Warburg 106,3 Cent aufwenden, um 100 Cent Ertrag zu erwirtschaften.

          Der Abbau von Risiken prägte das Geschäftsjahr 2021, teilte Warburg mit. Die Bilanzsumme sank von 5,2 auf 4,3 Milliarden Euro. Unter anderem gelang es Warburg, vier Containerschiffe zu verkaufen, die ihr in den Vorjahren bei Rettungserwerben offenbar als Sicherheit für die Kreditvergabe zugefallen waren.

          Anwaltskosten drücken

          Der Anstieg der Verwaltungskosten, die von 136 auf 151 Millionen Euro kletterten, beruhte auf erhöhten Personalaufwendungen und im Zusammenhang mit der Anpassung von Governance entstandenen Aufwänden (Beratung, Rechtskosten, Abfindungen)“, wie Warburg selbst formuliert. Dahinter steckt, dass mehrere Cum-ex-Prozesse verloren gingen und die Gesellschafter Christian Olearius und Max Warburg auf Dringen der Bankenaufsicht nicht mehr dem Aufsichtsrat angehören. Jüngst erhob die Staatsanwaltschaft Köln Anklage gegen Olearius wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung.

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