https://www.faz.net/-gv6-a676v

Die Börsenwoche : Schwacher Dollar verunsichert Dax-Anleger

  • -Aktualisiert am

Automesse in China: Begehrte Marken wie Porsche haben Vorfahrt auf dem Weltmarkt Bild: dpa

Aktien von Exportunternehmen können bei Wechselkursänderungen Probleme bekommen. Begehrte Marken zeigen in solchen Situationen ihre Stärke – denn deren internationale Kundschaft schaut weniger auf den Preis.

          2 Min.

          In dieser Handelswoche sind die Wechselkurse schlagartig in den Blick der Anleger gerückt. Ein schwacher Dollar lässt den Euro stark erscheinen, was an den europäischen Börsen am Donnerstag für fallende Aktienkurse sorgte. Die Dollarschwäche ist ein strategisches Thema, das sich schon länger abzeichnet, doch an diesem Tag kletterte der Euro auf ein zweijähriges Hoch gegenüber dem Dollar. Das passierte ausgerechnet in einem Moment, in dem die positiven Nachrichten über Impfstoffentwicklungen gerade eine Pause eingelegt hatten. Da war der Währungseffekt plötzlich an den Kursen abzulesen.

          Mark Fehr

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Obwohl ein steigender Euro sich auch als positive Nachricht für den Bestand der Währungsunion deuten lässt, überwog unter europäischen Anlegern der Pessimismus. Die Schwäche des Dollars hat übrigens nichts daran geändert, dass er die mit Abstand wichtigste Währung im internationalen Handel geblieben ist. Daher drückt der gegenüber dem Dollar steigende Eurokurs vor allem über den Hebel der Exportindustrie auf die Aktienkurse. Ein schwacher Dollar macht Waren made in Europe für Kunden in Amerika oder China teurer, so dass diese weniger nachfragen. Insbesondere der exportlastige deutsche Leitindex Dax kann das zu spüren bekommen.

          Anders als im Lehrbuch

          Ein Trost liegt allerdings darin, dass dieser Effekt in der Praxis nicht so deterministisch funktioniert wie im Lehrbuch. Volkswirte blicken dabei auf die sogenannte Preiselastizität der Nachfrage nach deutschen und europäischen Exportgütern. Im Klartext geht es hier um die Frage, warum Europas Produkte bei Kunden außerhalb der Währungsunion beliebt sind. Bestellt man bei uns, weil es so billig ist, oder steht die überlegene Qualität im Vordergrund? Entscheidend ist am Ende die Marktposition des jeweiligen Unternehmens, über die Anleger sich etwa anhand des jährlichen Lageberichts informieren sollten.

          Für innovative Technologieführer, die den Kunden die Preise mehr oder weniger diktieren können, dürften sich die negativen Folgen der Dollarschwäche in Grenzen halten. Empfindlicher sind dagegen Massenhersteller, deren Waren international vor allem beliebt sind, weil sie günstig angeboten werden.

          DAIMLER

          -- -- (--)
          • 1T
          • 1W
          • 3M
          • 1J
          • 3J
          • 5J
          Zur Detailansicht

          Beruhigend ist, dass die deutsche Exportindustrie sowohl über technisch zuverlässige Produkte als auch über starke Marken verfügt. Wohlhabende Autokäufer aus Schwellenländern etwa entscheiden sich für einen Audi, BMW, Mercedes oder Porsche nicht, weil die Premiummodelle dieser Marken so billig wären. Auch die Produkte der deutschen Chemie- oder Pharmaindustrie finden im Export reißenden Absatz, weil ihre Herstellungsprozesse ausgefeilt sind und die Lieferketten funktionieren.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Pflege ist zeitaufwändig. Trotzdem werden Auszeiten vom Beruf nur spärlich in Anspruch genommen.

          Pflegefall in der Familie : Viele Angehörige geben den Beruf auf

          Berufstätig sein und sich um pflegebedürftige Angehörige kümmern – das betrifft immer mehr Menschen. Doch die Pflegezeit wird nur selten genutzt. Ältere Arbeitnehmer gehen stattdessen oft früher in Rente.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.