https://www.faz.net/-gv6-86ny6

Währungen : China wertet den Yuan zum dritten Mal ab

  • Aktualisiert am

Der chinesische Yuan verliert am dritten Tag in Folge weiter an Wert. Bild: dpa

Noch einmal hat die chinesische Zentralbank den Kurs der Landeswährung leicht abgewertet. Nun soll aber Schluss sein damit. Sagt sie.

          1 Min.

          Die chinesische Zentralbank sieht angesichts der ökonomischen Fundamentaldaten keine Grundlage für eine weitere Abwertung der Landeswährung Yuan. Der Handelsüberschuss, die solide Fiskalpolitik und große Bestände an ausländischen Devisen verliehen dem Wechselkurs kräftige Unterstützung, teilte die Notenbank am Donnerstag mit. Sie werde beobachten, ob es ungewöhnliche grenzüberschreitende Devisenströme gebe.

          Der Yuan hat jedoch am Donnerstag am dritten Tag in Folge weiter an Wert. Im Handel gab der Yuan weiter nach. Erst durch Eingriffe der Notenbank stabilisierte sich der Kurs wieder.

          Die Notenbank legte am Donnerstag einen schwächeren Referenzkurs als am Mittwoch fest. Das war erwartet worden, denn diese Woche hatte die  Zentralbank bekanntgegeben, sich bei der Festlegung des Referenzkurses am Schlusskurs des Vortages zu orientieren.  Im Handel gab der Yuan weiter nach: Gehandelt wurde die Landeswährung zunächst mit 6,3880 Yuan je Dollar und wechselte zur Mittagszeit bei 6,4288 Yuan je Dollar den Besitzer.

          Kursverfall : Yuan gibt weiter nach

          Förderung des Exports

          Bei den jüngsten Kurseinbrüchen handelt es sich um die stärksten Kursverluste seit 20 Jahren. Nach dem Willen der Währungshüter wird sich der Kurs künftig am Schlussstand des Vortages orientieren. Damit soll der Kurs mehr an Marktkräfte angepasst werden. Der offizielle Kurs habe sich zu lange und zu weit vom eigentlichen Marktwert entfernt, was die Glaubwürdigkeit des Referenzwertes untergraben habe, erläuterte der Sprecher.

          Die jüngsten Kursverluste zeigen, dass Investoren die chinesische Währung für überbewertet hielten. China stärkt mit der schwächeren Währung seine Exportwirtschaft, da seine Produkte auf dem Weltmarkt billiger werden. In den vergangenen Jahren hatte der Yuan stark aufgewertet, was chinesische Ausfuhren erschwerte.

          Der Internationale Währungsfonds (IWF) begrüßt die Flexibilisierung des Yuan. Allerdings gab  es auch Kritik. Einige Beobachter werfen China Wettbewerbsverzerrung vor. Sie befürchten, dass auch andere Staaten ihre Waren mit einer schwächeren Währung verbilligen wollen und so Währungskrieg ausbrechen könnte.

          Chinesische Stahlhersteller haben nach Informationen von Insidern bereits die Exportpreise für Stahl gesenkt. Einige kleine chinesische Firmen hätten den Preis für Bewehrungsstahl zum Bauen um fünf bis zehn Dollar je Tonne reduziert, verlautete aus Branchenkreisen Chinas Stahlindustrie ist die größte in der Welt. Eine geringere Nachfrage in der Volksrepublik hat viele Stahlproduzenten jedoch dazu gezwungen, Rekordmengen ins Ausland auszuführen. Einige Hersteller machten dabei Verluste.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Probanden eines Großversuchs der Universitätsmedizin Halle/Saale sitzen in der Arena Leipzig.

          Sars-CoV-2 in Aerosolen : Was wissen wir über die Ansteckung in Räumen?

          Das Ansteckungsrisiko nimmt zu, soviel ist klar. Aber warum eigentlich steckt man sich in der kalten Zeit eher an? Aerosolforscher haben mit Gerüchten aufgeräumt und die Fakten sortiert – und treten dabei auch der Weltgesundheitsorganisation auf die Füße.
          Ein Pub in London am 24. September 2020

          Keine laute Musik im Pub : Tories rebellieren gegen Corona-Auflagen

          Rund fünfzig konservative Abgeordnete im britischen Unterhaus wollen die Pandemie-Politik der Regierung Johnson nicht mehr mittragen. Sie fühlen sich an einen totalitären Überwachungsstaat erinnert.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.