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Vorwurf der Bilanzmanipulation : Rücktritt eines Vorstands lässt Grenke-Aktienkurs einbrechen

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Die Grenke-Zentrale in Baden-Baden Bild: dpa

Ein langjähriger Vorstand des Leasingkonzerns befürchtet Neubewertungen in der Bilanz. Die Anleger nehmen dies als Bestätigung der Vorwürfe der Leerverkäufer.

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          Mark Kindermann zieht sich inmitten der laufenden Sonderprüfung aus dem Vorstand des Leasingkonzerns Grenke zurück. Wie der Aufsichtsrat am Montag mitteilte, wurde dem Wunsch Kindermanns entsprochen, den Vertrag vorzeitig zu beenden. Der Rückzug Kindermanns steht mit laufenden Prüfungen in Zusammenhang. Der Leasingkonzern steht seit September im Blickpunkt, nachdem der Leerverkäufer Fraser Perring dem Unternehmen Bilanzmanipulation vorgeworfen hatte. Die Nachricht vom Rücktritt Kindermanns ließ den Grenke-Aktienkurs zeitweise um mehr als 30 Prozent einbrechen.

          Er werde dem Unternehmen für eine Übergangszeit beratend zur Seite stehen. „Im Rahmen der laufenden Prüfungen ist es zu kritischen vorläufigen Bewertungen bisheriger interner Prozesse in der Complianceorganisation und der internen Revision gekommen“, erklärte Grenke. „Herr Kindermann hat den Aufsichtsrat darauf hingewiesen, dass die vorläufigen Bewertungen nach Abschluss der Prüfungen zu revidieren sein werden." Kindermann arbeitete seit 1990 für Grenke, zuletzt war er für das operative Geschäft verantwortlich.

          GRENKE AG NA O.N.

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          Perring wirft dem auf die Vermietung von IT und Büroausstattung spezialisierten Unternehmen Betrug, Geldwäsche und Bilanzfälschung vor – und wettete gleichzeitig auf einen Absturz der Aktien. Grenke war mit seinem Geschäftsmodell und der Behandlung von Franchisegesellschaften ins Kreuzfeuer auch von anderen Leerverkäufern am Aktienmarkt gekommen, die dem Unternehmen Manipulation vorwarfen. Grenke hatte die Vorwürfe zurückgewiesen und hatte daraufhin selbst eine Untersuchung in Auftrag gegeben.

          Mitte Dezember sah sich das Unternehmen von Untersuchungsergebnissen der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Warth & Klein Grant Thornton (WKGT) in wesentlichen Punkten entlastet. Nun wirft der Rücktritt Kindermanns abermals Zweifel auf. Die Kursverluste der Grenke-Aktie lassen sich auch so interpretieren, als ob die Anleger die Vorwürfe der Leerverkäufer nun bestätigt sehen.

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