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Börsengang schon am 2. Oktober : Alle wollen Rocket Internet-Aktien

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Rocket Internet - der größte Börsengang in Deutschland seit sieben Jahren soll nun schon am 2. Oktober stattfinden Bild: Reuters

Elf Jahre nach dem Ende des Neuen Marktes herrscht in Deutschland wieder Börsen-Euphorie. Die Berliner Start-up-Schmiede Rocket Internet zieht nun ihren Börsengang sogar vor. Es gibt aber auch warnende Stimmen.

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          Den Berliner Investoren-Brüdern Samwer rennen Anleger vor der Erstnotiz ihrer Holdinggesellschaft Rocket Internet die Türen ein.Wegen einer „außergewöhnlich hohen Investorennachfrage“ geht das Unternehmen, das weltweit an Dutzenden Start-Ups beteiligt ist, eine Woche früher an die Börse als bisher geplant. Der größte Börsengang in Deutschland seit sieben Jahren soll nun schon am 2. Oktober stattfinden.

          Am Tag zuvor gibt der Online-Modeversand Zalando sein Stelldichein an der Frankfurter Börse. Die Aktien des Unternehmens, an dem ebenfalls die Samwer-Brüder beteiligt sind, sind bei Investoren Finanzkreisen zufolge auch heiß begehrt. Auch der ostdeutsche Gewerbeimmobilienkonzern TLG kündigte den Sprung aufs Börsenparkett an. Die Aktien des Konzerns, der auf die staatliche Treuhandgesellschaft zurückgeht, können vermutlich ab Ende Oktober gehandelt werden. Börsenkandidaten profitieren derzeit davon, dass institutionelle Investoren angesichts der niedrigen Zinsen verzweifelt auf der Suche nach Anlagemöglichkeiten sind. Auch Privatinvestoren trauen sich zunehmend wieder aus der Deckung.

          Viele von ihnen hatten sich am Neuen Markt die Finger verbrannt und lange einen großen Bogen um Wertpapiere gemacht. Das Börsensegment war 1997 inmitten des Technologie-Booms geschaffen worden, damit junge Unternehmen rasch an Eigenkapital kommen. Bis 2000 schossen die Kurse vieler Internet- und IT-Firmen in astronomische Höhen, bevor sich nach dem Platzen der „Dotcom-Blase“ ins Bodenlose abstürzten. 2013 stellt die Deutsche Börse den Neuen Markt ein .Auch bei Rocket Internet gibt es in diesen Tagen warnende Stimmen:

          Das Unternehmen ist an mehr als 100 jungen Firmen beteiligt, die meist noch rote Zahlen schreiben. Die Aktie wird zunächst im schwach regulierten Entry Standard notieren, wo sonst nur Klein- und Kleinstwerte gelistet sind. Denn für viele der Start-up-Firmen, die auch in Ländern wie Indien, Brasilien oder Russland sitzen, hat Rocket Internet noch keine Bilanzen vorliegen, wie es die Deutsche Börse fordert. Erst in eineinhalb bis zwei Jahren will der Konzern in den Prime Standard wechseln, der Voraussetzung für die Aufnahme in die großen Indizes ist.

          Doch nach dem Rekord-Börsengang des Online-Riesen Alibaba in New York in der vergangenen Woche ist die Euphorie bei vielen Anlegern groß. „Alibaba hat sicher nicht geschadet“, sagte eine mit dem Rocket-Börsengang vertraute Person. Rocket-Vorstandschef Oliver Samwer hat in dieser Woche das Ziel ausgegeben, den Chinesen nachzueifern. „Rocket möchte das Alibaba für die Welt außerhalb der Vereinigten Staaten und Chinas werden. Das Unternehmen will an der Börse 1,6 Milliarden Euro einsammeln - das wäre der größte IPO in Deutschland seit dem Börsedebüt des Motorenbauer Tognum im Jahr 2007. Insgesamt würde es mit bis zu 6,7 Milliarden Euro bewertet. Mit den IPO-Einnahmen will Vorstandschef Samwer die von ihm und seinen zwei Brüdern gegründeten Online-Modehändler, Taxi- und Zahlungsdienstleister künftig länger halten, statt wie bisher frühzeitig weitere Geldgeber ins Boot zu holen oder die Unternehmen zu verkaufen. Die Altaktionäre wollen keine Aktien verkaufen, damit fließt der Erlös komplett der Firma zu.

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