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Frauen in der Sackgasse : Die große Angst vor der Armut im Alter

Mit 67 noch einmal umziehen? Finanziell eventuell eine gute Idee. Bild: Lucas Bäuml

Ärztin, 67 Jahre jung, die dritte Ehe in den Sand gesetzt: Was tun, wenn es dann finanziell eng wird? Vor einem Umzug darf man jedenfalls keine Angst haben.

          5 Min.

          Liebe Leserinnen, verehrte Seniorinnen! Der heutige Beitrag ist nichts für zarte Gemüter. Es geht um eine 67 Jahre junge Ärztin aus dem Hannoverschen, die ihre dritte Ehe in den Sand gesetzt hat. Nun ist finanzieller Rat teuer, und die Gründe lassen sich an den Fingern einer Hand abzählen. Die Dame hat sich beruflich der Homöopathie verschrieben. Das ist aller Ehren wert, doch in finanzieller Hinsicht war die Leidenschaft ein Fiasko. Die Rente aus dem Versorgungswerk liegt bei 1500 Euro pro Monat. Das restliche Vermögen ist überschaubar. Das Guthaben auf dem Girokonto beträgt 20.000 Euro. Die Anleihen und Aktien sind jeweils 30.000 Euro wert. Die Praxis soll in drei Monaten für 50.000 Euro verkauft werden. Das sind summa summarum 130.000 Euro, falls ich die Zahlen richtig addiert habe.

          Volker Looman
          Freier Autor in der Wirtschaft.

          Ich habe die Dame gefragt, wie alt sie werden wolle, und wir konnten uns nach einigem Hin und Her auf 90 Jahre einigen. Das sind 23 Jahre beziehungsweise 276 Monate, und wenn Sie die 130.000 Euro in „sichere“ Anleihen stecken, sollten Sie mit einer Verzinsung von höchstens einem Prozent je Jahr rechnen. Das führt bei vollständigem Verzehr des Geldes zu einer Monatsrente von 527 Euro, sodass ich zu dem Schluss komme: Hier helfen weder Belladonna noch Ignatia, sondern nur Disziplin und Genügsamkeit, um mit 2076 Euro in einer Stadt wie Hannover über die Runden zu kommen. Oder sehen Sie das anders?

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