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Vermögen fürs Alter : Die süße Verlockung des frühen Ruhestandes

Die Beine hochlegen: Den Frühruhestand wünschen sich viele Menschen. Bild: Getty

Nicht nur ältere Semester fragen sich, wie viel Geld sie für den Ruhestand brauchen. Auch jüngere Menschen können sich für das Thema begeistern. Die Rechnung ist einfach, wenn Sie vier Zahlen kennen.

          5 Min.

          Corona ist wirklich die Pest. Noch nie habe ich seit Beginn dieser Kolumne vor 22 Jahren so viele Anfragen erhalten wie in den letzten Wochen, wie viel Geld nötig ist, um sich zur Ruhe setzen zu können. Bitte glauben Sie jetzt bloß nicht, hinter den „Ratlosen“ steckten die üblichen Verdächtigen, also ältere Semester um die 65 herum, die lieber heute als morgen den Rock an den Nagel hängen würden. Nein, das war in erster Linie „junges Volk“ zwischen 45 und 55 Jahren. Ich weiß nicht, was in die Leute gefahren ist, sich solche Gedanken zu machen. Ist es Langeweile, ist es die Sehnsucht nach einem „anderen“ Leben, oder haben die Menschen im Homeoffice einfach zu viel Zeit zum Nachdenken? Sollten auch Sie vom baldigen Ruhestand träumen, dann müssen Sie tapfer sein, weil es um hohe Zahlen geht, wie Sie gleich sehen werden.

          Volker Looman
          Freier Autor in der Wirtschaft.

          Die Rechnung ist einfach, wenn Sie vier Zahlen kennen. Erstens: Wie lange wollen Sie noch leben? Zweitens: Wie hoch ist die monatliche Wunschrente? Drittens: Mit welcher Inflationsrate rechnen Sie in der Zukunft? Viertens: Zu welchem Zinssatz glauben Sie, das bestehende Vermögen nach Steuern anlegen zu können? Die Fragen klingen harmlos, doch wenn es darum geht, Butter zu den Fischen zu geben, sind die meisten Menschen verstockt, wie ich in den letzten Monaten gemerkt habe. Daher möge sich der Nebel am Beispiel eines Gentleman lichten, der 45 Jahre alt ist, weder Frau noch Kinder hat und zur Miete wohnt. Der Mann will noch 50 Jahre leben. Er wünscht sich, wenn er heute in den „Ruhestand“ treten würde, eine Rente von 3000 Euro pro Monat. Die Inflation beträgt nach seiner Einschätzung jährlich 2 Prozent. Die Rendite für ein Vermögen, das jeweils zur Hälfte aus Anleihen und Aktien besteht, taxiert er auf 3 Prozent pro Jahr.

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