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Erbschaft richtig anlegen : Die Leiden der jungen Millionäre

Was nur tun mit all dem Geld? Vielleicht eine Jacht kaufen. Bild: Getty

Wer heute höhere Beträge erbt, muss sich mit Negativzinsen rumschlagen und entscheiden, wo das Geld am besten angelegt ist. Unser Experte macht drei Vorschläge, die auf den ersten Blick nichts mit Geld zu tun haben.

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          Erbschaften sind auch nicht mehr das, was sie einmal waren. Wer vor 20 Jahren eine Einheit geerbt hat, wie eine Million in Fachkreisen umschrieben wird, brauchte sich über Mager- und Strafzinsen keine Gedanken zu machen. Er kaufte sich, wenn ihm nach wochenlanger Grübelei nichts Besseres einfiel, eine Bundesanleihe mit einer Laufzeit von 30 Jahren und freut sich seit 2001 über jährliche Zinsen von 6,25 Prozent. Die Einnahmen von 62.500 Euro im Jahr haben bis heute zwar ein Drittel ihrer Kaufkraft verloren, doch die „alten Hasen“ stehen im Vergleich zu den heutigen Erben immer noch prächtig da. Diese müssen sich mit Negativzinsen herumschlagen, sie müssen sehen, womit noch Geld zu verdienen ist, und sie müssen prüfen, wie sie mit der Geldentwertung fertig werden. Die Leiden der jungen M(illionäre) werden in folgendem Beispiel deutlich.

          Volker Looman
          Freier Autor in der Wirtschaft.

          Der heutige Protagonist ist 50 Jahre alt und seit einem Vierteljahr zweifacher Millionär. Seine Eltern haben ihm nicht nur sein Erbe ausgezahlt, sondern auch die Steuern beglichen. Der Mann ist ledig und hat keine Kinder. Er ist kaufmännischer Angestellter, verdient im Monat brutto 5000 Euro und lebt in einer Mietwohnung auf kleinem Fuß. Das sollte reichen, um Ihnen bewusst zu machen, dass das Erbe mit einem „Lottogewinn“ vergleichbar ist. Der Mann ist über Nacht zu Geld gekommen. Aber er ist mit dem Geschenk überfordert. Ich kann Sie nur bitten, von hämischen Kommentaren abzusehen, weil solch eine Überforderung auch mit 50.000 oder 100.000 Euro möglich ist.

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