https://www.faz.net/-gv6-abay7

Heute kaufen, später bewohnen : Das Eigenheim auf Vorrat als Plan für die Rente

  • -Aktualisiert am

Alterssitz? Ein Haus hinterm Deich. Bild: www.plainpicture.com

Erst Mieterträge genießen und später den Ruhestand im eigenen Haus: Das Prinzip „Heute kaufen, morgen vermieten, übermorgen einziehen“ kann funktionieren. Doch es gibt Alternativen.

          6 Min.

          Sagen Sie mal, liebe Leser, was halten Sie von Eigenheimen auf Vorrat? Das sind jene Häuser oder Wohnungen, die zuerst vermietet und später selbst bewohnt werden. Die Eigentümer sind in der Regel „arme“ Leute, die es aus beruflichen Gründen in die Diaspora verschlagen hat und die sich darauf freuen, im Alter in die Heimat zurückzukehren. Der Klassiker ist der Ostfriese, der in Schwaben arbeitet und im Ruhestand wieder „to Huus“ wohnen will. Genauso gibt es Münchner, die ihr Brot im Norden verdienen und den Lebensabend auf einer Alm in den Bergen verbringen wollen. Sie lieben Eigenheime auf Vorrat, die bei nüchterner Betrachtung der Dinge stramme Spar- und Rentenpläne sind.

          Anfangs werden das Eigenkapital und die Sparraten in die Immobilie gesteckt. Danach folgen Erträge in Form der Mietvorteile, und am Schluss winkt der Endwert der Immobilie. Die gemischten Objekte wecken bei „mittelalterlichen“ Anlegern die Hoffnung, ihre Altersvorsorge auf besonders sicheren Boden zu stellen. Die Aufnahme von Krediten stößt wegen der niedrigen Zinsen auf geringen Widerstand. Das wohlige Gefühl, den Ruhestand auf heimischer Scholle verbringen zu können, ist das Sahnehäubchen, und wenn die Zahlen in Ordnung sind, kann sich das Projekt durchaus rechnen. Die Aussage gilt in erster Linie für Immobilien in Norddeutschland, wie in folgendem Beispiel deutlich wird. Im Süden der Republik ist es eher umgekehrt, weil die Immobilienpreise durch die Decke geschossen sind.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen.

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Die Intensivstation der Universitätsklinik Frankfurt mit Coronapatienten im April 2020

          Anhaltend hohe Todeszahlen : Wer jetzt noch an Corona stirbt

          Noch verzeichnet Deutschland jede Woche mehr als tausend Covid-Todesfälle. Viele sterben weder im Altenheim noch auf der Intensivstation. Doch wo dann? Die Suche nach der Antwort ist kompliziert.
          Am Ende der Welt: der Checkpoint Kalanchak zur Krim

          Russlands Okkupation : Kein Wasser für die Krim

          Im Donbass wird fast täglich geschossen, um die Krim aber ist es ruhig. Welche Ziele Russland hier verfolgt, verrät ein Blick auf das Asowsche Meer. Eine Reise im Süden der Ukraine.
          Windräder in Hessen

          CO2-Reduktion : Die Klimawahl

          Union und SPD verschärfen die Klimaziele. Aber um die eigentlichen Fragen drücken sie sich herum. Wo etwa sollen neue Stromleitungen entstehen und wie stark steigt der CO2-Preis?