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Heute kaufen, später bewohnen : Das Eigenheim auf Vorrat als Plan für die Rente

  • -Aktualisiert am

Alterssitz? Ein Haus hinterm Deich. Bild: www.plainpicture.com

Erst Mieterträge genießen und später den Ruhestand im eigenen Haus: Das Prinzip „Heute kaufen, morgen vermieten, übermorgen einziehen“ kann funktionieren. Doch es gibt Alternativen.

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          Sagen Sie mal, liebe Leser, was halten Sie von Eigenheimen auf Vorrat? Das sind jene Häuser oder Wohnungen, die zuerst vermietet und später selbst bewohnt werden. Die Eigentümer sind in der Regel „arme“ Leute, die es aus beruflichen Gründen in die Diaspora verschlagen hat und die sich darauf freuen, im Alter in die Heimat zurückzukehren. Der Klassiker ist der Ostfriese, der in Schwaben arbeitet und im Ruhestand wieder „to Huus“ wohnen will. Genauso gibt es Münchner, die ihr Brot im Norden verdienen und den Lebensabend auf einer Alm in den Bergen verbringen wollen. Sie lieben Eigenheime auf Vorrat, die bei nüchterner Betrachtung der Dinge stramme Spar- und Rentenpläne sind.

          Anfangs werden das Eigenkapital und die Sparraten in die Immobilie gesteckt. Danach folgen Erträge in Form der Mietvorteile, und am Schluss winkt der Endwert der Immobilie. Die gemischten Objekte wecken bei „mittelalterlichen“ Anlegern die Hoffnung, ihre Altersvorsorge auf besonders sicheren Boden zu stellen. Die Aufnahme von Krediten stößt wegen der niedrigen Zinsen auf geringen Widerstand. Das wohlige Gefühl, den Ruhestand auf heimischer Scholle verbringen zu können, ist das Sahnehäubchen, und wenn die Zahlen in Ordnung sind, kann sich das Projekt durchaus rechnen. Die Aussage gilt in erster Linie für Immobilien in Norddeutschland, wie in folgendem Beispiel deutlich wird. Im Süden der Republik ist es eher umgekehrt, weil die Immobilienpreise durch die Decke geschossen sind.

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