https://www.faz.net/-gv6-7kejr

Virtuelle Währung : Europas Bankenaufsicht warnt vor den Bitcoins

  • Aktualisiert am

Manche Anbieter ermöglichen ihren Kunden schon, mit Bitcoins zu zahlen. Bild: dpa

Die Bitcoins werden immer beliebter. Nun schlagen die Finanzaufseher Alarm und warnen vor dem Internetgeld. Die Bankenaufsicht nennt sechs Gründe.

          Die wachsende Verbreitung und Beliebtheit der Internetwährung Bitcoin alarmiert Finanzmarktaufseher rund um die Welt. Jetzt warnt auch die Europäische Bankenaufsicht EBA ausdrücklich vor virtuellem Geld. „Es gibt keinen speziellen regulatorischen Schutz für den Fall, dass eine Plattform, auf der virtuelle Währungen gehandelt oder gesammelt werden können, kaputt geht“, schreibt die EBA ganz allgemein.

          Explizit nennt sie sechs Risiken, die sie an digitalen Währungen wie Bitcoin sieht:

          1. Unregulierte Plattformen: Die EBA warnt, dass viele virtuelle Handelsplätze, etwa für Bitcoins, nicht reguliert sind. Kunden könnten „signifikante“ Mengen ihres dort gehaltenen Geldes verlieren, wenn die Plattformen beispielsweise überraschend den Betrieb einstellen (müssen). Vorgekommen sei das schon mehrfach - unter anderem infolge von Hacker-Angriffen.

          2. Digitale Handtaschendiebe: So wie ein Portemonnaie geklaut werden kann, sind auch digitale Geldbörsen nicht sicher. Zwar sind sie mit einem privaten Passwort geschützt, allerdings schützt das - wie in anderen Fällen auch - nicht komplett vor Hackern. Die EBA berichtet, dass in einigen Fällen virtuelles Vermögen über mehr als 1 Millionen Dollar verloren ging. Wer sein Passwort vergisst, könnte den Zugriff auf sein Vermögen für immer verlieren, weil es keine zentralen Stellen gebe, wo Passwörter gespeichert sind oder neue vergeben werden können.

          3. Falsche Buchungen: Wer mit virtuellem Geld bezahlt, hat nicht denselben rechtlichen Schutz wie bei gesetzlichen Zahlungsmitteln. Eine falsch angewiesene oder nicht autorisierte Buchung zum Beispiel könne gewöhnlich nicht rückgängig gemacht werden, schreibt die EBA. Auch ist kein Geschäft, das heute beispielsweise Bitcoins akzeptiert, verpflichtet, das auch künftig zu tun.

          4. Starke Preisschwankungen: Was eine virtuelle Währung wert ist, ändert sich mitunter schnell. Für Bitcoins gilt etwa, dass ihr Preis mitunter um mehrere hundert Dollar am Tag steigt oder fällt, manchmal beides. Der Wert hängt ausschließlich daran, wie beliebt die Währung in den Augen der Anleger ist.

          5. Finanzierung von Verbrechen: Transaktionen mit virtuellem Geld seien nur schwer nachzuverfolgen, schreibt die EBA. Dies mache dieses Geld besonders interessant für kriminelle Machenschaften, von denen auch andere Währungs-Nutzer betroffen sein könnten: Dann zum Beispiel, wenn die Behörden eine Handelsplattform schließen.

          6. Steuerpflicht: Virtuelles Geld kann steuerlich relevant sein. Die EBA rät, das nationale Steuerrecht daraufhin zu prüfen, ob zum Beispiel Kapitalertragssteuer zu zahlen ist - analog zu den Gewinnen aus andere Geldanlage-Formen.

          In den vergangenen Tagen haben schon die französische und die chinesische Notenbank vor dem Internetgeld gewarnt. In China, wo Bitcoins besonders beliebt sind, haben die Währungshüter den Banken sogar verboten, Transaktionen in Bitcoins durchzuführen.

          Weitere Themen

          Viele Aufsichtsräte sind falsch besetzt

          Unternehmensführung : Viele Aufsichtsräte sind falsch besetzt

          Aufsichtsratsmitglieder sind häufig zu alt und falsch ausgebildet für die digitalen Herausforderungen. Für schnellere Entscheidungen sollten sie Informationen in Echtzeit bekommen.

          Die größten Börsengänge Video-Seite öffnen

          Das sind die Top 10 : Die größten Börsengänge

          Uber wird bei seinem Börsengang etwas mehr als acht Milliarden Dollar erlösen – und kommt damit nicht unter die Top 10 der größten Börsengänge. Die ersten vier Plätze belegen Konzerne aus China; aus Deutschland ist ein Unternehmen dabei.

          Topmeldungen

          Österreichs Regierung am Boden : Von der Musterehe zum Rosenkrieg

          Aus den Rissen in der türkis-blauen Koalition wurden durch die Ibiza-Affäre in beeindruckender Geschwindigkeit Gräben. Die Neuwahl ist für Sebastian Kurz eine Chance, mehr Stimmen für die ÖVP zu gewinnen – aber sie birgt auch ein großes Risiko.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.