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Umfrage der Deutschen Bank : Viele stellen sich auf jahrelange Corona-Krise ein

Corona zwingt Städte zum Lockdown: Passanten in der Nähe des Berliner Alexanderplatzes Bild: dpa

Ein großer Teil der Deutschen rechnet laut einer Umfrage damit, dass die Pandemie noch bis zu fünf Jahren anhält. Bei rund einem Viertel sei das Einkommen gesunken – manche sehen sich jedoch auch als Gewinner.

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          Viele Deutsche rechnen damit, dass die Corona-Wirtschaftskrise noch mehrere Jahre andauern wird. In einer am Freitag vorgestellten Umfrage der Deutschen Bank gaben 44 Prozent der Befragten an, dass die Krise ihrer Ansicht nach noch drei bis fünf Jahre anhalten werde; 13 Prozent befürchten sogar noch mehr als sechs Jahre Krise. Mit einem Ende in den nächsten Monaten rechnet kaum jemand.

          Tim  Kanning

          Redakteur in der Wirtschaft.

          So sind auch die Aussichten auf die wirtschaftliche Lage in zwei Jahren trübe; für die Weltwirtschaft rechnen 59 Prozent mit einer Verschlechterung, für Europa erwarten das 51 Prozent und für Deutschland 39 Prozent.

          Es gibt auch Gewinner

          Zum Zeitpunkt der Umfrage Ende September gab gut ein Viertel der 3200 Befragten an, dass ihr Haushaltseinkommen durch Corona gesunken sei. Teilnehmer mit einem monatlichen Einkommen von weniger als 1500 Euro waren hier stärker betroffen als die Besserverdienenden. Von den Geringverdienern gab jeder Zweite an, dass an Geldanlage für ihn im Moment nicht zu denken sei, weil er am Existenzminimum lebe.

          Für die eigene wirtschaftliche Lage in zwei Jahren erwartet ein Viertel eine Verschlechterung, etwas mehr als die Hälfte keine Veränderung und 22 Prozent eine Verbesserung.

          Besonders viele Krisengewinner leben in Hessen, Hamburg, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg. Hier gab jeweils gut jeder Zehnte an, die Krise habe ihm neue Möglichkeiten eröffnet und es gehe ihm besser als vorher. Die meisten Krisenverlierer leben in Berlin, Bremen und Brandenburg. Dort gaben jeweils gut 20 Prozent an, dass sie sich durch die Krise stark beeinträchtigt fühlen.

          Stefan Schneider, der für Deutschland zuständige Chefvolkswirt der Bank sieht in den sehr unterschiedlichen Auswirkungen der Krise auf die Bürger eine besondere Herausforderung der Politik. Die Bank bezeichnet die Ergebnisse als repräsentativ.

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