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Nach Hacker-Angriff : Cyberpunk-Entwickler unter Druck

Figuren von Cyberpunk-Charakteren in der Konzernzentrale von CD Projekt vor der Veröffentlichung des Videospiels Cyberpunk 2077 in Warschau. Bild: AFP

Hacker haben sich Zugang zum Netzwerk des polnischen Videospielanbieters CD Projekt Red verschafft. Auf die Drohungen der Kriminellen reagierte das Unternehmen nun öffentlich – ein ungewöhnlicher Schritt.

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          Erpresserische Cyberangriffe gehören inzwischen zum Alltag. Behörden, Krankenhäuser und Unternehmen sind davon immer wieder betroffen, auch wenn Letztere das selten öffentlich machen. Genau das hat der polnische Videospiele-Anbieter CD Projekt Red nun getan. Nachdem Hacker ihn ins Visier genommen haben, hat er die Polizei geholt, die Attacke öffentlich gemacht und Lösegeldforderungen zurückgewiesen. Der Kurs der an der Warschauer Börse notierten Aktie brach ein, um fast 6 Prozent. Am Mittwoch pendelt er um 270 Zloty, an den deutschen Börsen um die 61 Euro. Dienstag, vor Bekanntwerden des Datenklaus, hatten Käufer noch 287 Zloty oder 63,60 Euro für die Papiere bezahlt.

          Andreas Mihm

          Wirtschaftskorrespondent für Österreich, Ostmittel-, Südosteuropa und die Türkei mit Sitz in Wien.

          Unbekannte Täter hätten sich unberechtigten Zugang zum Netzwerk verschafft, Daten abgegriffen und eine Lösegeldforderung hinterlassen, teilte der Softwareentwickler mit. Die Erpresser drohten damit, den Quellcode des neuen Videospiels „Cyberpunk 2077“ oder des ebenfalls von CD Projekt stammenden Computerspiel-Welterfolgs „The Witcher“ zu verkaufen oder im Internet zu veröffentlichen. Man werde dafür sorgen, dass Investoren das Vertrauen in das Unternehmen verlören und der Aktienkurs „noch tiefer“ sinke, drohten sie und stellten ein Ultimatum von 48 Stunden.

          CD Projekt hatte bis September 2020 einen Umsatz von 105 Millionen Euro genannt, fast die Hälfte mehr als im Vorjahreszeitraum. Mit einer Marktkapitalisierung von 6,1 Milliarden Euro ist es das Schwergewicht unter den vielen Videospiel-Anbietern an der polnischen Börse. Nach dem Börsengang zu 6,64 Zloty im Jahre 2013 hat sich der Kurs stürmisch entwickelt. Getragen vom Boom der IT-Werte, hatte er im August 464 Zloty erreicht, um bis November auf 330 Zloty abzurutschen. Anfang Dezember kostete die Aktie dann wieder 440 Zloty. Dahinter stand die Hoffnung auf den Erfolg des mit überschwänglichen Vorabkritiken begleiteten Spiels „Cyberpunk 2077“. Die trog. Nachdem man unter dem Druck des Weihnachtsgeschäftes eine technisch nicht ausgereifte Version an den Markt brachte, hagelte es Kritik. Der Aktienkurs ging in die Knie, Mitte Januar gab es das Papier für 240 Zloty. Das war die Zeit, als Vorstandschef Adam Kicinski berichtete, man rede mit Sony darüber, das neue Spiel möglichst schnell wieder auf dessen Playstations zu bringen. Danach war es wieder bergauf gegangen mit CD Projekt – bis ihm nun die Hacker einen neuerlichen Schlag verpassten.

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