https://www.faz.net/-gv6-9xx9u

Verunsicherte Anleger : Dax verliert 10.000 Punkte aus dem Blick

  • Aktualisiert am

Kurstafel im Börsensaal Bild: AFP

Am Freitag schwächeln die Aktienmärkte, doch auf Wochensicht könnte der deutsche Leitindex immer noch ein beachtliches Plus schaffen. Was sagen Analysten dazu?

          2 Min.

          Nach seinen jüngsten Kursgewinnen hat der deutsche Aktienmarkt am Freitag die 10.000-Punkte-Marke wieder aus dem Blick verloren. „Der Dax stoppt seine Zwischenerholung vorerst. Das war an dem nun erreichten Preisniveau zu erwarten“, schrieb der Charttechnik-Experte Andreas Büchler von Index Radar.

          Gegen Mittag sank der deutsche Leitindex um 1,91 Prozent auf 9810 Punkte. Der M-Dax der mittelgroßen Werte gab um 2,90 Prozent auf 20 805,08 Zähler nach. Der Euro-Stoxx-50 als Leitindex der Eurozone verlor rund zweieinhalb Prozent.

          Analyst David Madden von CMC Markets UK verwies auf die zuletzt eher etwas mangelhafte Koordination der europäischen Staaten bei der Bekämpfung der Virus-Pandemie. Das Fehlen einer starken gemeinsamen Front belaste die Aktienmärkte, so der Experte.

          Der Dax steuert ungeachtet dessen auf ein Wochenplus von fast 10 Prozent zu. Seit dem Krisentief aus der Vorwoche beläuft sich die Erholung sogar auf annähernd 19 Prozent. Wegen der ungebrochenen Infektionswelle, die nach China und Europa nun immer stärker auch Amerika erfasst, bleibt die Unsicherheit gleichwohl hoch. Wöchentliche amerikanische Arbeitsmarktdaten hatten am Vortag gezeigt, dass die Pandemie dort bereits mit voller Wucht auf die Wirtschaft durchschlägt.

          Marktexperte Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners merkte zudem an, dass es neue Nachrichten zu Hilfspaketen der Regierungen und Notenbanken nun erst einmal nicht geben werde und diese Gemengelage könnte dem einen oder anderen Börsianer doch aufs Gemüt schlagen.

          „Mit der Flut an negativen Nachrichten ist es für viele Anleger schwierig, sich momentan auf Aktien zu stürzen“, sagte Milan Cutkovic, Marktanalyst beim Brokerhaus AxiTrader. „Es bestehen jede Menge berechtigte Zweifel, dass es sich bei den starken Pluszeichen der vergangenen Tage schon um den Beginn einer nachhaltigen Erholung handelt.“

          DAX ®

          -- -- (--)
          • 1T
          • 1W
          • 3M
          • 1J
          • 3J
          • 5J
          Zur Detailansicht

          Die Profiteure der Virus-Krise hatten am letzten Handelstag der Woche wieder die Nase vorn. So gewannen im S-Dax die Anteile von Drägerwerk rund 8 Prozent. Die Lübecker stellen Beatmungsgeräte und Schutzausrüstung her. Hier sieht das Unternehmen eine weltweit deutlich gesteigerte Nachfrage. Teamviewer hielten sich mit plus 0,3 Prozent immerhin unter den besten Werten im M-Dax.

          Vorne im Dax fanden sich Werte defensiver Natur, wie jene des Versorgers Eon mit plus 2,3 Prozent. Auto- und Chipwerte waren dagegen auf der Verliererseite. Im Dax waren Continental mit minus 5,4 Prozent das Schlusslicht.

          Weiter unter Druck geriet der Immobiliensektor. Experten befürchten, dass eine Rezession den Boom am Häusermarkt beenden könnte. So gaben denn auch Branchenwerte wie Vonovia, Aroundtown, Instone oder Deutsche Euroshop um teils mehr als 9 Prozent nach.

          Nach einer Reihe von Jahresbilanzen in den vergangenen Tagen war am Freitag diesbezüglich kaum etwas zu erwarten. Allerdings nehmen immer mehr Konzerne ihre Ausblicke zurück und äußern sich zur Dividende.

          Topmeldungen

          Scheidungsrichter Landtag: Die Universität Koblenz-Landau will sich trennen.

          Universität Koblenz-Landau : Zwei Unis lassen sich scheiden

          Aus der Universität Koblenz-Landau sollen zwei eigenständige Hochschulen werden. Die Campi waren zwar schon immer getrennt, doch die Scheidung ist ein kompliziertes Unterfangen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.