https://www.faz.net/-gv6-a4fsr

Versteigerung : Shakespeare sticht Superman

Auktion bei Christie's Bild: Reuters

Für eine antike Sammlung von Shakespeare-Stücken zahlt ein Sammler die Rekordsumme von 10 Millionen Dollar. Doch für andere Werke wurde schon viel mehr gezahlt – unter anderem von Bill Gates.

          1 Min.

          Die Frage „Sein oder Nichtsein?“ lautet auf Sammler gemünzt in der Regel eher: Haben oder Nichthaben? Und das Haben kann teuer werden: So war eine Erstausgabe von William Shakespeares „Comedies, Histories & Tragedies“ einem nicht ganz unbekannten Sammler nun knapp 10 Millionen Dollar wert. Das auch als „First Folio“ bezeichnete, 1623 gedruckte Werk mit Stücken wie „Macbeth“ und „Julius Caesar“ habe 9,987 Millionen Dollar eingebracht und damit mehr als je ein literarisches Werk zuvor bei einer Versteigerung, teilte das Auktionshaus Christie‘s in New York mit.

          Tim  Kanning

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Ein anderes Exemplar des First Folio hatte im Jahr 2001 bei einer Auktion rund sechs Millionen Dollar eingebracht. Somit lässt sich aus Anlegersicht von einer feinen Rendite sprechen. Noch deutlich mehr Geld legen Sammler aber zuweilen für andere historische Schriften hin. So gilt als teuerstes Buch der Welt „Der Codex Leicester“ von Leonardo da Vinci, für das im Jahr 1994 Microsoft-Gründer Bill Gates umgerechnet 29 Millionen Euro gezahlt haben soll. Bei dem Codex handelt es sich um mehrere handschriftliche Skizzen und Texte zu unterschiedlichen wissenschaftlichen Themen.

          Supermans Debüt brachte 3,2 Millionen

          Für umgerechnet 20,1 Millionen Euro wurde laut der Sammlerplattform Catawiki im Jahr 2007 das Original der Magna Carta versteigert. 13,4 Millionen Euro brachte das Evangelium des St. Cuthbert aus dem 8. Jahrhundert bei einer Auktion ein, das als eines der ersten gebunden Bücher der Geschichte gilt.

          Doch auch mit weniger alten und weniger hochgestochenen Werken lassen sich zuweilen Millionen verdienen. So gilt als teuerstes Comic-Werk ein Heft, in dem Superman im Jahr 1938 zum ersten Mal auf der Bildfläche erschien. Bei einer Online-Auktion brachte dem Besitzer das gute Stück 3,2 Millionen Dollar ein. Insofern liegt Shakespeare doch noch ein ganzes Stück weit vorne.

          Ein Geschenk für Gorbatschow

          Das First Folio, das nun in New York den Besitzer wechselte, ging an den Antiquar Stephan Loewentheil aus Brooklyn, der es als Sammler von seltenen Büchern und alten Fotografien zu einiger Berühmtheit geschafft hat. So beliefert er schon seit der Amtszeit von George Bush Senior das Weiße Haus regelmäßig mit antiken Büchern. Als Michail Gorbatschow 1990 zu Besuch beim Präsidenten war, überreichte der ihm eine alte Biographie George Washingtons, die aus Loewentheils Bestand stammte.

          Ursprünglich hatte das Christie‘s für das „First Folio“ einen Erlös zwischen vier und sechs Millionen Dollar erwartet. In einem sechsminütigen Bieterstreit schaukelten sich die Interessenten dann aber auf gut den doppelten Preis hoch.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Präsident Donald Trump am 10. Oktober auf dem Balkon des Weißen Hauses

          Druck auf Impfstoff-Hersteller : Trump im Nacken

          Der amerikanische Impfstoffhersteller Pfizer steht bei der Suche nach einem Corona-Impfstoff an vorderster Front. Konzernchef Bourla spürt viel Druck aus dem Weißen Haus, vor der Wahl gute Nachrichten zu liefern.
          Biden-Unterstützerin bei einer Rally in der Kleinstadt Boca Raton, Florida

          Wählergruppe der Suburban Moms : Was Vorstadtmütter wirklich wollen

          Weiße Frauen der oberen Mittelschicht sind in Amerika eine umkämpfte Wählergruppe. Aber Donald Trumps Vorstellung einer Mutter aus der Vorstadt stammt aus den Fünfzigern – das könnte ihn diese wichtigen Stimmen kosten.

          Zum Tod des Schauspielers : Der höfliche Mister Connery

          Sean Connery wirkte dank seines Körpers rauh und barbarisch, doch er konnte auch zivilisiert auftreten. Um zu überzeugen, musste er stets nur er selbst sein. Mit 90 Jahren ist er nun gestorben.
          Unbedrängt bis vor das Kölner Tor: Münchens Serge Gnabry hat es leicht.

          Fußball-Bundesliga : Der FC Bayern macht, was er will

          Auch ohne Starstürmer Robert Lewandowski ist der FC Bayern derzeit nicht aufzuhalten. In Köln gibt es die nächsten drei Punkte – auch weil dem Gegner teilweise haarsträubende Fehler unterlaufen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.