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Verspekuliert : Uli Hoeneß soll Millionen mit der T-Aktie verloren haben

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Nicht immer war die Verbindung von FC Bayern und Deutscher Telekom für jeden ein gutes Geschäft Bild: Deutsche Telekom AG

Gegen Bayern-Präsident Hoeneß wird ermittelt, weil er im Zusammenhang mit Börsengeschäften Steuern hinterzogen hat. Nicht alle waren erfolgreich: Die T-Aktie kostete ihn angeblich Millionen.

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          Nicht zu knapp war in Deutschland der Unmut über das Eingeständnis von Uli Hoeneß, den Präsidenten des FC-Bayern, Steuern hinterzogen zu haben. Denn er gab den Deutschen einmal mehr das Gefühl, dass Prominente und Wohlhabende ihr Geld an der Steuer vorbeischaffen, während der Normalbürger zahlen muss. Ein Bericht der Bild am Sonntag zeigt jetzt, dass Hoeneß doch nicht so ganz anders ist wie so mancher Kleinsparer. Laut der Zeitung soll der Bayern-Präsident in der Schweiz in großem Stil mit Aktien der Deutschen Telekom gehandelt und dabei herbe Verluste erlitten haben. Die Rede ist von einem Minus in Millionenhöhe.

          Hoeneß habe nach dem Jahr 2001 über sein Konto bei der Schweizer Bank Vontobel auf einen Kursanstieg der T-Aktie spekuliert. Deren Kurs hatte im März 2000, auf dem Höhepunkt des Trubels um den Neuen Markt und Technologie-Aktien mehr als 100 Euro erreicht und war danach bis Jahresende um mehr als zwei Drittel gefallen.

          Viele Anleger rechneten daraufhin mit einer Erholung, tatsächlich aber fiel der Kurs bis Ende des Jahres 2001 um weitere 40 Prozent. Und selbst diesen Kurs von damals rund 20 Euro erreichte die T-Aktie seitdem nicht mehr. Sie kostet seit langen Jahren nur noch rund die Hälfte.

          Die Pikanterie an der Sache ist, dass Bayern München und Hoeneß persönlich enge Geschäftsbeziehungen zur Deutschen Telekom unterhalten. Hoeneß trat bis vor kurzem als Werbebotschafter des Unternehmens auf. Zudem ist die Telekom seit 2002 Hauptsponsor des Bundesligisten. Der künftige Telekom-Vorstandschef, Timotheus Höttges, ist Mitglied des Aufsichtsrats der FC Bayern München AG, dessen Vorsitzender wiederum Uli Hoeneß ist. Vor kurzem verteidigte Höttges öffentlich die Entscheidung des Aufsichtsrates, Hoeneß trotz seiner Steueraffäre im Amt zu belassen.

          Bild am Sonntag beruft sich auf Münchner Justizkreise. Die Münchner Staatsanwaltschaft habe aber keine Hinweise darauf, dass Hoeneß bei seinen Börsengeschäften Insiderinformationen genutzt habe. Laut Oberstaatsanwalt Ken Heidenreich ermittle man ausschließlich wegen Steuerhinterziehung.

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