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Minus-Zinsen : Versicherungen wollen Geld in Tresoren bunkern

  • Aktualisiert am

Devisen in einem Tresorraum Bild: Wolfgang Eilmes

Sie verwalten hohe Anlagesummen ihrer Kunden. Laut einem Verbandsvolkswirt erwägen nun viele Versicherungsgesellschaften, Bares in Tresorräumen zu lagern, falls die Zinsen noch tiefer sinken.

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          Versicherungsgesellschaften in Deutschland erwägen, angesichts der niedrigen Zinsen das Geld der Kunden in ihren Tresoren zu bunkern. „Je niedriger die Zinsen sind, desto attraktiver wird es, Geld in Tresoren zu lagern“, sagte der Chefvolkswirt des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft, Klaus Wiener, dem Berliner „Tagesspiegel“ für die Montagsausgabe. „Einige Versicherer schauen sich das derzeit sehr genau an“, berichtete Wiener. „Wenn die Zinsen weiter sinken und man das Bargeld nicht verbietet, ist es für die Versicherer zunehmend attraktiv, Geld in den Tresor zu legen.“

          Die Versicherer gehören zu den größten Anlegern am Kapitalmarkt. Angesichts der niedrigen Zinsen wird die Kapitalanlage immer schwieriger. Für überschüssige Liquidität, die Banken bei der Europäischen Zentralbank parken, verlangt die Notenbank Strafzinsen.

          Entsprechend müssen auch einige Einleger für besonders hohe Summen bei kürzeren Laufzeiten bei ihrer Bank draufzahlen. Bundesanleihen haben ebenfalls negative Renditen, als Folge der hohen Nachfrage nach diesen Wertpapieren. „Kaum ein deutscher Versicherer kauft mehr Bundesanleihen“, sagte Wiener.

          Neu ist das Thema nicht. Bereits 2016 hatte der damalige Chef der Rückversicherung Munich Re auf einer Bilanzpressekonferenz berichtet, Bargeld und Gold testweise in Firmentresoren zu bunkern. Bei den so gelagerten Barreserven solle es sich um einen zweistelligen Millionenbetrag handeln.

          „Wir probieren das jetzt einfach mal aus. Daran sehen sie, wie ernst die Situation ist“, wurde Nikolaus von Bomhard damals zitiert. Das Beispiel scheint nun nach Darstellung des Verbandsökonomen auch bei anderen Versicherungsgesellschaften Schule zu machen.

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