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Versicherungen : Preise für Autoversicherungen fallen

Reaktion auf Vorstoß der Allianz. Tarifsenkungen um bis zu 10 Prozent. Berufsbeamte und Beschäftigte im öffentlichen Dienst profitieren. Direktversicherer bleiben hinter Erwartungen zurück.

          Der Wettbewerb unter den deutschen Kfz-Versicherern verschärft sich. Nach der Preissenkung der Allianz machen jetzt auch andere Unternehmen erstmals konkrete Angaben zu ihrer neuen Tarifstruktur. So will die DEVK ihre Preise vom 1. Januar an um durchschnittlich 2,5 Prozent verringern, Beamte werden einen zusätzlichen Rabatt von 10 Prozent erhalten. Bei dem HDI sollen die Tarife nach eigenen Angaben um durchschnittlich 5 Prozent fallen.

          Oliver Georgi

          Redakteur in der Politik.

          Ausgelöst hat den Preiskampf ein Vorstoß der Allianz-Versicherung, die ihre Tarife zum 1. September stark gesenkt hat. Zwar macht das Unternehmen zum genauen Ausmaß der Tarifsenkung keine Angaben, in der Branche wird diese jedoch auf ein Volumen von durchschnittlich 11 bis 13 Prozent geschätzt. Die Allianz bietet nun nicht mehr für jeden Beruf einen eigenen Tarif an, sondern faßt bestimmte Berufsbranchen, etwa den Automobilbau oder die Bauindustrie, zu Tarifgruppen zusammen. Besonders für Berufsbeamte und Beschäftigte im öffentlichen Dienst sind die neuen Prämien günstiger. Nach Berechnungen der Branche können Beamte im Einzelfall bis zu 30 Prozent einsparen.

          Haftpflichtschutz und Kaskoversicherung für Autos billiger

          Die Auswirkungen sind im Einzelfall wegen der komplizierten Tarifstruktur mit unzähligen Berechnungsfaktoren wie Jahresfahrleistung, Alter des Fahrzeughalters, Alter des jüngsten Fahrers, Wohnort und Beruf sehr unterschiedlich. Es ist sogar möglich, daß es bei einer ungünstigen Kombination der Risikofaktoren nach den neuen Tarifen zu Preissteigerungen kommt. Noch ungünstiger als schon bisher wirkt zum Beispiel, wenn das versicherte Fahrzeug auf der Straße abgestellt wird und keine abgeschlossene Garage vorhanden ist.

          Im Durchschnitt werden Haftpflichtschutz und Kaskoversicherung für Autos jedoch billiger. Die geänderten Allianz-Tarife gelten vom 1. Januar an für Neukunden; schon bestehende Verträge können wie auch bei anderen Versicherern noch bis zum 30. November umgeschrieben werden. Rund 19000 der etwa 8,8 Millionen Allianz-Kunden hat die Versicherung in diesen Tagen angeschrieben und auf den neuen Tarif hingewiesen, dabei vorrangig solche, die älteren Tarifgenerationen angehören.

          HUK gibt das Tempo vor

          Der Marktführer Allianz will mit der Preissenkung vor allem mehr Beamte als Kunden gewinnen. Das richtet sich vorrangig gegen den Hauptkonkurrenten HUK-Coburg, der im Beamtengeschäft traditionell stark ist. Beamte gelten als Wenigfahrer mit geringem Schadensrisiko. Die HUK reagierte prompt und zog ihren ohnehin für den 1. Januar 2005 geplanten neuen Tarif auf den 1. November 2004 vor. Von der Branche war diese Reaktion mit Spannung erwartet worden, da die HUK mit rund 14 Prozent der versicherten Fahrzeuge den zweitgrößten Marktanteil hat und diesen in den letzten Jahren kontinuierlich steigern konnte. Die Allianz hat im selben Zeitraum Marktanteile verloren. Zudem liegt die HUK im Preisniveau unter der Konkurrenz aus München.

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