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Unklare Altersvorsorge : Versicherer müssen handeln

  • -Aktualisiert am

Für die junge Generation ist das Thema Altersvorsorge ohnehin unattraktiv, die mangelnde Transparenz erschwert Entscheidungen. Bild: Diana Cabrera Rojas

Der Niedrigzins und die Finanzaufsicht haben Lebensversicherer in neue Produkte getrieben. Dass sie für Verbraucher kaum vergleichbar sind, liegt aber an der Branche selbst. Ändert sie das nicht, wird es ihr die Politik abnehmen.

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          An den Ursachen der neuen Unübersichtlichkeit auf dem Lebensversicherungsmarkt kann die Versicherungsbranche wenig ändern. Der Niedrigzins und das Aufsichtsregime Solvency II zwingen sie in eine neue Produktwelt. Die Finanzaufsicht Bafin hat sie verschiedentlich dazu gedrängt, im breiten Spektrum zwischen klassischen Garantieprodukten und fondsgebundenen Lebensversicherungen ein reicheres Angebot zu schaffen.

          So weit, so gut. Doch die Versicherer sind sehr gut darin, sich hinter Ereignissen zu verstecken, die über sie hereinbrechen. Geht es um die Themen Transparenz, Verbraucherschutz und Vergleichbarkeit, warten sie meist auf Anstöße von außen. Dabei hält sich der Branchenverband GDV an anderer Stelle durchaus selbst zugute, dass seine Normen und Musterbedingungen Klarheit in einem unübersichtlichen Markt schaffen.

          Wird es in der Altersvorsorge für Verbraucher unübersichtlich, fehlen Standards. Informationsblätter, die ein identisches Versicherungsangebot in mehrere Risikoklassen einstufen, sind eine Farce. Die Branche muss erkennen, dass Verbraucherschützer auf genau diese Schwächen schielen und sie zu ihren Gunsten nutzen.

          Philipp Krohn
          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Menschen und Wirtschaft“.

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