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Vermögensfrage : Wie mache ich Rendite in schlechten Börsenphasen?

  • -Aktualisiert am

In schlechten Börsenzeiten wissen viele Anleger meist nicht, wohin mit ihrem liquiden Kapital. Bild: DUMMY

Viele Anleger beschäftigt die Frage, wie sie in Krisenzeiten ihr Kapital gewinnbringend anlegen sollen. Die Antwort ist: Sie sollten von den Profis lernen.

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          Viele Menschen treibt nun schon über Monate und Jahre die Sorge um, unabhängig davon, ob sie ein kleines oder ein größeres Vermögen besitzen, wie sie das liquide Kapital anlegen sollen. Inzwischen dürfte wohl jeder Kapitalbesitzer gemerkt haben, dass bei Zinsen nahe null und darauf noch zu zahlender Kapitalertragsteuer, das Kapital zwischen den Fingern zerrinnt. Wobei das Steuerproblem wohl das geringste sein dürfte. Ein verheiratetes Paar muss bei 0,05 Prozent Zinsen schon über mehr als 3,2 Millionen Euro Spar- oder Festgeldanlage verfügen, damit der Abgeltungsteuerfreibetrag überhaupt überschritten wird. Die Erosion des Geldvermögens schreitet voran, zwar langsam, schleichend, aber derjenige, der langfristig Vermögensaufbau für die Altersvorsorge oder Zusatzerträge aus Kapital für den Ruhestand benötigt, kann diesem Sachverhalt auf Dauer nicht tatenlos zusehen und wird irgendwann eine Anlageentscheidung treffen müssen. Aber wie?

          Dem Anleger geht es in erster Linie darum, Risiken zu vermeiden. Was aber heißt Risiko in diesem Zusammenhang? Zum einen das Risiko, die aus einer Anlageentscheidung erwarteten Renditen nicht zu erreichen. Zum anderen aber, und das ist das Hauptbremsargument, Teile des angesparten und angelegten Kapitals zu verlieren. Nachdem klar ist, dass heute jegliche Anlageform ein Verlustrisiko in sich birgt - die Frage ist nur, in welcher Höhe und in welchem Zeitraum - geht es am Ende darum, die Anlageform oder eine Kombination von Anlageformen zu finden, die ein möglichst geringes Risiko aufweisen.

          Jeder intelligente Mensch dürfte es wissen, oder hat es zumindest schon einmal gehört, dass man unter Risikoaspekten nicht alle Eier in einen Korb legen sollte. Übertragen auf Kapitalanlagen heißt das, eben nicht e i n Anlageprodukt, zum Beispiel nur Aktien oder sogar nur Aktien einer Gesellschaft im Depot zu halten. Das ist inzwischen Allgemeingut. Im Gegensatz zu den Zeiten um die Jahrtausendwende, als im Rahmen der Internetblase viele Anleger - sei es aus eigener Eingebung oder dem Rat des Bank- oder Sparkassenberaters folgend -, ihr gesamtes liquides Kapital zum Beispiel in Infineon-Aktien gesteckt haben. Nur gut, dass es noch ordentliche Betriebsrente gab, damit die Ruhestandsplanung nicht komplett in die Binsen ging.

          Bild: F.A.Z.

          Jetzt heißt es, das Ganze besser machen durch eine Streuung des Kapitals auf verschiedene Anlageklassen. In der Fachsprache heißt das dann Portfoliodiversifikation. Die einfachste Form der Portfoliodiversifikation ist, das zur Verfügung stehende Kapital beispielsweise gleichgewichtet in ein Drittel Aktien, ein Drittel Anleihen und ein Drittel Immobilien aufzuteilen. Diese einfache Form klappt in der Regel bei den meisten Vermögen nicht, da oftmals die selbst genutzte Immobilie schon 60 Prozent des Gesamtvermögens oder mehr ausmacht. Also geht es darum, den Restbetrag - seien es 20, 30 oder 40 Prozent des Vermögens - risikominimiert oder, wie es in der Fachsprache heißt, risikoadjustiert anzulegen.

          Bleiben wir zunächst bei dem Begriff risikoadjustiert. Nach den gesetzlichen Vorgaben sind Banken und Finanzdienstleister verpflichtet, im Rahmen der Anlageberatung nur solche Produkte dem Kunden zu empfehlen und schließlich zu vermitteln, die geeignet sind, dessen Ziele und Wünsche zu erfüllen und darüber hinaus, er in der Lage ist, das mit der Anlageform verbundene Verlustrisiko tragen zu können. Das richtig einzuschätzen geht natürlich nur, wenn der Finanzberater ausreichende Informationen vom Kunden hat, über seine Ziele und Wünsche, die finanziellen Verhältnisse und insbesondere auch die Zukunftsplanungen. Gegen dieses gesetzliche Gebot der zielgerichteten umfassenden Informationseinholung beim Kunden wird häufig genug verstoßen. Aber das ist ein anderes Thema; gegebenenfalls dann ein Haftungsthema, das in der Zukunft bei den Anlegerschutzanwälten für Beschäftigung sorgen wird.

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