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Vermögenstipps : Das Geheimnis der Fugger

Impressionen der Fuggerei in Augsburg: Die von Jakob Fugger vor genau 500 Jahren gegründete Wohnsiedlung für Bedürftige besteht bis heute. Bild: Finn Winkler

Jakob Fugger war einst der reichste Mann der Welt. Wie ist es seiner Familie gelungen, 500 Jahre lang ihr Vermögen zu bewahren? Sieben Lektionen zum Reichwerden und Reichbleiben.

          11 Min.

          Um dem Geheimnis der Fugger auf den Grund zu gehen, lohnt es, mit Andrea Irmler zu beginnen. Die 55-jährige Kinderpflegerin bekommt leuchtende Augen, wenn man sie auf Jakob Fugger (1459–1525) anspricht, den wohl berühmtesten Kaufmann der deutschen Geschichte. Aufzeichnungen seiner Firma kurz vor Jakob Fuggers Tod künden von einem Überschuss von 2,1 Millionen Gulden. Dies in heutige Geldsummen umzurechnen, halten Historiker für nicht machbar, sind sich aber einig: Dahinter verbarg sich eine astronomische Summe. Seine Zeitgenossen wussten schon, warum sie Jakob Fugger den Beinamen „der Reiche“ verliehen. Er galt im 16. Jahrhundert als der wohlhabendste Unternehmer Europas, gar als reichster Mann der Welt.

          Dennis Kremer
          Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Es ist auf den ersten Blick nicht ersichtlich, warum eine Kinderpflegerin von heute den reichen Fugger von einst rühmen sollte. Doch Andrea Irmler tut genau das: „Jakob Fuggers Hilfsbereitschaft kann man sich zum Vorbild nehmen.“ Drei Gebete – ein Vaterunser, ein Glaubensbekenntnis und ein Ave Maria – spricht sie täglich zu Fuggers Ehren. Das hat einen guten Grund: Irmler lebt in der Fuggerei, einer Wohnsiedlung mit acht Gassen, sieben Toren und einer eigenen Kirche mitten in Augsburg – jener Stadt, die Jakob Fugger zum Zentrum seines Handelsimperiums machte. Er war auch derjenige, der die Fuggerei und die Fuggerschen Familienstiftungen ins Leben rief. Am kommenden Montag feiert man deren 500-jähriges Bestehen. Welche Wohnsiedlung kann das schon von sich behaupten? Zum Jubiläum wird sogar Bayerns Ministerpräsident Markus Söder vorbeischauen.

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