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Geldpolitik : Verkleinert Amerikas Notenbank so ihr Billionen-Depot?

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Die Federal Reserve in Washington ist die mächtigste Notenbank der Welt. Bild: AFP

Die Federal Reserve hält Hypothekenpapiere im Wert von mehr als 1700 Milliarden Dollar auf ihrer Bilanz. Damit könnte bald Schluss sein, glauben Fachleute einer wichtigen Bank an der Wall Street.

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          Die Entscheider der amerikanischen Notenbank Federal Reserve hatten als erste wichtige Währungshüter auf Finanzkrise reagiert mit einem umfangreichen Wertpapier-Kaufprogramm. Sie erwarben amerikanische Staatsanleihen und andere, teils kompliziert gestrickte Schuldtitel für viele Milliarden Dollar (eine Übersicht gibt es hier) und halfen so der amerikanischen Wirtschaft aus der Rezession, wie sich mittlerweile gezeigt hat.

          Vor gut einem Jahr erhöhten die Notenbanker um ihre Chefin Janet Yellen dann erstmals seit rund einem Jahrzehnt wieder die Leitzinsen. Im vergangenen Monat taten sie es ein zweites Mal - weitere Schritte für dieses Jahr und die kommenden Jahre haben sie in Aussicht gestellt. Außerdem gibt es eine Diskussion darüber, ob, wann und wie die Notenbank ihren infolge der Käufe mehrere Billionen Dollar umfassenden Wertpapierbestand wieder verringert.

          Die Fachleute der amerikanischen Bank Morgan Stanley haben nun eine konkrete Erwartung diesbezüglich. Sie erwarten, dass die amerikanische Notenbank ab April 2018 damit aufhört, die eingehenden Tilgungen für mit Hypotheken besicherte Wertpapiere (MBS) wieder in solche Papiere anzulegen, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. Auch diese Wertpapiere standen im Fokus, als die Finanzkrise in den Vereinigten Staaten ausgebrochen war.

          Um den wichtigen amerikanischen Hypothekenmarkt zu stabilisieren, kaufte die Notenbank auch entsprechende Papiere in großem Stil. Dem Bericht zufolge hält sie entsprechende Titel im Volumen von beinahe 1,8 Billionen Dollar in ihrer Bilanz derzeit. Amerikanische Staatsanleihen hatte die Notenbank im Umfang von etwas weniger als 2,5 Billionen Dollar erworben. Auch in diesem Fall gilt momentan, dass auslaufende Titel durch neue ersetzt werden.

          Während die Ökonomen von Morgan Stanley erwarten, dass die Währungshüter den Bestand an Hypothekenpapieren im Zuge einer geldpolitischen „Normalisierung“ abbauen werden, sind sie in Bezug auf Staatsanleihen anderer Auffassung. „Eine Ende der Staatsanleihe-Reinvestitionen ist nicht nötig für eine graduelle Normalisierung der Bilanz; die amerikanische Wirtschaft sollte in den Staatsanleihe-Bestand der Fed hineinwachsen innerhalb ungefähr eines Jahrzehnts“, schreiben sie.

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