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Vergleich gescheitert : Air-Berlin-Gläubiger müssen auf Prozess hoffen

  • Aktualisiert am

Aktien und Anleihen von Air Berlin sind deutlich billiger als ein Schokoherz. Bild: dpa

Nach dem ein Vergleich zwischen Air-Berlin-Großaktionär Etihad und dem Insolvenzverwalter gescheitert ist, könnte nun ein Schadensersatzprozess folgen. Es geht um mehrere Milliarden Euro.

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          Die spektakuläre Pleite der Fluggesellschaft Air Berlin im vergangenen Jahr wird wohl bald die Gerichte beschäftigen. Gespräche über einen Vergleich zwischen Insolvenzverwalter Lucas Flöther und der  Fluggesellschaft Etihad als früherer Hauptaktionärin seien gescheitert, berichtet das Wirtschaftsmagazin „Capital“. Jetzt stehe wohl ein Schadensersatzprozess an.

          Der Streit dreht sich nun um einen sogenannten „Comfort Letter“, den Etihad Ende April 2017 ausgestellt hat. Darin sicherte die Fluggesellschaft aus den Vereinigten Emiraten zu, Air Berlin bis Ende 2018 weiter zu finanzieren und Verluste auszugleichen. Nur dieser Comfort Letter habe verhindert, dass Wirtschaftsprüfer schon damals Air Berlin zum Insolvenzrichter schickten.

          Am 9. August 2017 ließ Etihad dann aber eine fällige Überweisung platzen und zog zwei Tage später jede finanzielle Unterstützung zurück. Das führte vier Tage später zum Insolvenzantrag.

          Nach Ansicht von Insolvenzverwalter Flöther ist der „Comfort Letter“ wie eine Patronatserklärung zu werten. Etihad wäre damit für alle offenen Ansprüche aus der Air-Berlin-Pleite haftbar. Insgesamt haben bei Flöther mehr als eine Million Gläubiger Forderungen angemeldet. Die offenen Rechnungen summieren sich bisher auf mindestens eine Milliarde Euro.

          Da der Insolvenzverwalter, der für einen Vergleich weiterhin offen ist, im Laufe eines Gerichtsverfahrens noch Ansprüche nachmelden könnte, dürfte die Gesamtsumme einer Schadensersatzklage eher bei zwei bis drei Milliarden Euro liegen. Um einen so großen Prozess vom Landgericht Berlin bis zum Bundesgerichtshof ausfechten zu können, hat sich Flöther die Angebote mehrerer Prozesskostenfinanzierer gesichert. Im Erfolgsfall, auch im Falle eines späteren Vergleichs, erhalten sie einen Anteil der Entschädigung.

          Die Kurse der Air-Berlin-Anleihen und der Aktie reagierten leicht negativ auf die Nachrichten. das liegt allerdings daran, dass dafür ohnehin kaum etwas bezahlt wird. Die 2019 fälligen Anleihen handeln seit November 2017 bei rund einem Prozent ihres Nominalwerts. Der Aktienkurs liegt bei rund einem Cent.

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