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Nach Streiks : Verdi feiert Durchbruch in der Commerzbank

  • -Aktualisiert am

Manches passiert in der Commerzbank auch im Hintergrund in Tochtergesellschaften. Bild: dpa

Offenbar wurde der Bearbeitungsstau im Backoffice zu groß. Der Vorstand lenkt ein und verhandelt bald über einen Haustarifvertrag der ComTS-Gesellschaften.

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          In der fünften Streikwoche seit Anfang Oktober hat die Gewerkschaft Verdi einen großen Erfolg erzielt. Von Februar 2023 an werde es Verhandlungen mit Verdi über einen Haustarifvertrag für die 1700 Beschäftigten der ComTS geben, teilte der Vorstand der Commerzbank am Donnerstag mit. In den ComTS-Servicegesellschaften, die als Tochtergesellschaften der Commerzbank organisiert sind, erledigen Mitarbeiter derzeit ohne Tarifvertrag oft mit Vergütung nahe dem Mindestlohn Verwaltungsaufgaben wie Postbearbeitung, Digitalisierung von Unterlagen und die Bearbeitung von Kreditsicherheiten.

          Bisher hat der Commerzbank-Vorstand Verdis Forderungen nach einem 13. Monatsgehalt und der Abschaffung von Abruf-Arbeitsverträgen abgelehnt. Es habe in den vergangenen drei Jahren regelmäßig Gehaltsanpassungen gegeben, Urlaubsansprüche seien erhöht und jährliches Urlaubs- und Weihnachtsgeld eingeführt worden. Ein eigener Tarifvertrag für ComTS sei nicht nötig, die Arbeitsbedingungen ließen sich „am effektivsten mit unseren Betriebsräten vor Ort abstimmen“, lautete bisher die Linie. Nun ist der Commerzbank-Vorstand doch zu Verhandlungen mit Verdi über einen Haustarifvertrag der ComTS-Gesellschaften bereit. Offenbar war der „Bearbeitungs-Stau“ durch die Streiks zu groß.

          Außerdem waren die Arbeitnehmervertreter, von denen sich einige im Commerzbank-Aufsichtsrat bei der Suche des designierten neuen Aufsichtsratsvorsitzenden Jens Weidmann übergangen fühlten, zu keinen größeren Kompromissen bereit. Verdi habe zugesichert, dass es bis zur Aufnahme der Verhandlungen im Februar keine weiteren Streikaktivitäten geben werde, hieß es in der kurzen Pressemitteilung der Commerzbank. Ungleich länger fiel die „Verdi-Medien-Info“ aus. Darin ist mehrfach von „Durchbruch“ die Rede. Sämtliche Beschäftigte der ComTS erhielten 2023 zwei Urlaubstage mehr, verkündete Verdi als Erfolg. Nun fordert Verdi einen Stundenlohn von 14 Euro als Mindesteinstiegsgehalt.

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