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Reaktion auf Biontech : Aktienkurse steigen um 5 Prozent

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Frankfurter Börse: Es verspricht ein guter Tag zu werden. Bild: Reuters

Manchmal kommt alles zusammen: Freuen sich die Aktienmärkte schon über Joe Bidens Wahlsieg, so reagieren sie auf gute Nachrichten zum Corona-Impfstoff begeistert.

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          Die Aussicht auf die nahende Zulassung eines Coronavirus-Impfstoffs löst ein Kursfeuerwerk an den Börsen aus. Der Dax stieg so schnell wie seit einem Jahr nicht mehr – um 5 Prozent legte der deutsche Standardwerteindex zu. Das in Mainz beheimatete Unternehmen Biontech, das mit dem amerikanischen Pharmakonzern Pfizer zusammenarbeitet, hatte zuvor ermutigende Daten über die Wirksamkeit seines Impfstoffs veröffentlicht. Noch in diesem Monat soll eine Notfallgenehmigung beantragt werden.

          „Es ist die Nachricht des Jahres, vielleicht sogar die Nachricht dieses Jahrzehnts“, kommentierte Jochen Stanzl vom Online-Broker CMC Markets: „Es ist eine Zusammenarbeit zweier Unternehmen aus den Vereinigten Staaten und Deutschland, das die Menschheit von der Geisel dieses Virus befreien könnte.“ Kaum etwas könne nach vier Jahren „der transatlantischen Spaltungen unter der Regierung Trump schöner sein als diese Nachricht“. Nicht nur im politischen Sinne, auch in
          gesundheitlichen Belangen könnte die Welt jetzt zeitnah in die Heilungsphase eintreten. „Das erste Mal seit Beginn der Pandemie ist nun Licht am Ende des Tunnels sichtbar“, fügte er hinzu.

          Auch aus der Wissenschaft kamen ermutigende Kommentare. „Diese Nachricht lässt mich von einem Ohr zum anderen strahlen“, sagte etwa Peter Hornby, Professor für aufkommende Infektionskrankheiten an der Universität Oxford. Es sei eine Erleichterung, derart positive Ergebnisse für diesen Impfstoff zu sehen. „Das ist ein gutes Omen für Covid-19-Impfstoffe insgesamt. Natürlich brauchen wir mehr Details und müssen die endgültigen Ergebnis abwarten. Außerdem ist es noch ein langer Weg, bis Impfstoffe einen echten Unterschied machen. Aber es fühlt sich an wie ein Wendepunkt.“

          Die Kurs der Bezugsrechte (ADR) auf die Aktien von Biontech stieg zuletzt um 27 Prozent, der der Pfizer-Aktie um mehr als 11 Prozent. Auch die Aktien von Reiseunternehmen gehören zu den größten Gewinnern. Lufthansa gewinnen 30 Prozent, Tui 25 Prozent zu. Auch Fraport und Airbus legen jeweils 22 und 18 Prozent zu. Zugleich zogen sich Investoren aus sicheren Häfen zurück. Am Anleihemarkt gaben die Kurse nach, die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe stieigt um 5 Basispunkte auf minus 0,57 Prozent.

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          Das scheinen auch einige Anleger so zu sehen, die wohl erst einmal unverhoffte Gewinne mitnahmen, so dass die Kursgewinne recht rasch wieder abschmolzen. Zuvor hatte der Sieg Joe Bidens im amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf für gute Stimmung gesorgt. Mit dem Sieg Bidens weiche die Unsicherheit, sagte Marktstratege Stephen Innes vom Broker Axi. Die Schwankungen dürften nun merklich nachlassen.

          Schon in Asien gab es deutliche Kursaufschläge. Durch Bidens Sieg sinke die Gefahr internationaler Handelskriege, so das Räsonnement. In China sorgte zudem das überraschend starke Exportwachstum im Oktober für Freude. Der CSI-300-Index legte um 2 Prozent auf 4981 Punkte zu, für den Hang-Seng-Index ging es um 1 Prozent auf 25.974 Punkte hoch. 

          BRENT

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          In Tokio schloss der Nikkei 225 mit einem Kursgewinn von 2,1 Prozent bei 24.840 Punkten. Dem japanischen Aktienmarkt gäben starke Firmenbilanzen Zusatzschub, sagte Anlagestratege Takuya Hozumi von der Bank Mitsubishi UFJ Morgan Stanley.

          Auch die Ölpreise legen kräftig zu. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete zuletzt 42,36 Dollar und damit rund zwei Dollar mehr als am Freitag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg auf mehr als 40 Dollar. Die Erwartung einer berechenbareren und stetigeren Politik und die Hoffnungen auf ein Konjunkturpaket trieben auch die Preise von Öl und Gold, sagte Will Sungchil Yun, leitender Rohstoffanalyst bei VI Investment der Nachrichtenagentur Bloomberg. Allerdings werde die Volatilität anhalten, derweil Trump den Prozess der Machtübergabe verzögere..

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