https://www.faz.net/-gv6-9eywk

Hoher Ölpreis : Trump macht Druck auf den saudischen König

Der amerikanische Präsident Trump (links) und der saudische König Salman trafen sich am 21.05.2017 in Riad (Saudi-Arabien). Bild: dpa

Der Ölpreis ist in den vergangenen Wochen stark gestiegen. Trump ruft den saudischen König Salman an, um niedrigere Benzinpreise zu erreichen. Der Zeitpunkt ist nicht zufällig gewählt.

          1 Min.

          Nach mehreren Twitter-Attacken hat der amerikanische Präsident Donald Trump jetzt sogar telefonisch in Saudi-Arabien Druck gemacht, den Ölpreis zu senken. Dazu telefonierte er am Samstag mit Saudi-Arabiens König Salman. Der staatlichen saudi-arabischen Nachrichtenagentur SPA zufolge sprachen die beiden Politiker über Bemühungen, die Ölversorgung aufrechtzuerhalten, um die Stabilität des Marktes und das Wachstum der Weltwirtschaft zu unterstützen. Dem amerikanischen Präsidialamt zufolge ging es bei der Unterredung um Themen von „regionalem Interesse“.

          Christian Siedenbiedel

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Trump hatte zuletzt mehrmals über den Nachrichtendienst Twitter gefordert, Saudi-Arabien und die anderen Ölstaaten sollten Schritte einleiten, um den Ölpreis zu drücken. Das hat die Ölstaaten aber bislang offenbar nicht sehr beeindruckt, jedenfalls haben die Opec und Russland auf ihrem jüngsten Treffen in Algeriens Hauptstadt Algier keine zusätzliche Ausweitung der Ölförderung beschlossen. Daraufhin war der Ölpreis deutlich gestiegen und hatte zunächst die Marke von 80 Dollar je Barrel (Fass zu 159 Liter) für die Nordseesorte Brent überschritten, zuletzt notierte er sogar bei fast 83 Dollar.

          Trump will offenbar hohe Benzinpreise in Amerika vor allem zu den sogenannten Midterm-Wahlen im November vermeiden, bei denen ein Teil der Kongressabgeordneten und Senatoren neu gewählt wird. Sie gelten als Stimmungsbarometer für seine Regierung. Auch in Deutschland waren die Preise für Benzin und Diesel mit dem Rohölpreis kräftig gestiegen. Diesel kostete zuletzt im Durchschnitt in Deutschland mehr als 1,34 Euro je Liter – Super E10 fast 1,50 Euro.

          Trump wirft zumindest einigen Opec-Ländern vor, den Rest der Welt „abzuzocken“, während sie von den Vereinigten Staaten militärisch geschützt würden. Saudi-Arabien ist der weltgrößte Ölexporteur und hat in der Opec viel Gewicht. Infolge neuer amerikanischer Sanktionen gegen Iran drohen Ausfälle von Öllieferungen aus dem Land in erheblicher Größenordnung. Das hat die Ölpreise in den vergangenen Monaten nach oben getrieben. Eine sofortige Anhebung der Fördermengen schließt die Opec bislang aus.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Donald Trump und Liu He, Vizepremier von China, gemeinsam in Washington. Infolge des Handelskriegs mit Amerika habe die Korruption in Chinas Privatwirtschaft wieder zugenommen, berichtet Philipp Senff von der Wirtschaftsanwaltskanzlei CMS in Schanghai.

          Vorfälle der Deutschen Bank : In China lauert die Korruption bis heute

          Mit teuren Geschenken an chinesische Politiker wollte sich die Deutsche Bank Vorteile verschaffen. Der Fall lenkt den Blick auf ein Land, das trotz Mühen immer noch unter Bestechung leidet – auch wegen des Handelskriegs mit Amerika.
          Andreas Scheuer am Mittwoch in Berlin

          Verkehrsminister Scheuer : Im Porsche durch die Politik

          Verkehrsminister Andreas Scheuer hat einen Vorteil, der ihm beim Streit über die Pkw-Maut zum Nachteil gereichen könnte: eine gewisse Lockerheit.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.