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Banken parken Cash : Wohin mit der ganzen Liquidität?

Die Federal Reserve sichert sich ab. Bild: AFP

Die amerikanische Notenbank Federal Reserve macht mit Banken Geschäfte, die sich bald auf bis zu zwei Billionen Dollar belaufen könnten. Doch diese Ecke der Finanzwelt blieb bis dato eher unbeachtet.

          2 Min.

          Seit Mitte Juni parken amerikanische Banken Nacht für Nacht Bargeld im Umfang von 700 Milliarden Dollar und mehr in einer besonderen Fazilität der amerikanischen Notenbank Federal Reserve: Ende Juli überschritt die Anlagesumme zum ersten Mal überhaupt die Schwelle von einer Billion Dollar. Seitdem bleibt das tägliche Volumen nur knapp darunter. Die Entwicklung in dieser gewöhnlich wenig beachteten Ecke der Finanzwelt ist umso bemerkenswerter, als die spezielle Fazilität über fast ein Jahr lang bis Ende Februar kaum genutzt wurde und danach ziemlich spärlich.

          Winand von Petersdorff-Campen
          Wirtschaftskorrespondent in Washington.

          Die amerikanische Notenbank bietet Banken seit 2013 an, ihre Liquidität in sogenannten Overnight Reverse Repurchase Agreements oder Reverse-Repo-Geschäften aufzusaugen. Die Banken übernehmen dafür Staatsanleihen und Hypothekenanleihen der Notenbank als Sicherheit. Die Fed bietet diese Möglichkeit an, um ihre eigene Geldpolitik abzusichern. Die Anleihekäufe der Fed im Rahmen der Quantitativen Lockerung fluten den Finanzmarkt mit mindestens 120 Milliarden Dollar Liquidität im Monat. Mit der Fazilität versucht die Fed, die zusätzliche Liquidität zu neutralisieren, damit sie nicht die Leitzinspolitik stört und kurzfristige Zinsen unter die Nulllinie drückt.

          Anstieg auf bis zu 2 Billionen Dollar möglich

          Mitte Juni erhöhte die Federal Reserve die Zinsen für die Anlagen von 0 auf 0,05 Prozent und löste damit einen Anlageboom aus. Das Timing war bewusst gewählt, weil die Banken vor einer zusätzlichen Herausforderung standen, ihre Liquidität unterzubringen. Das amerikanische Finanzministerium begab immer weniger Schatzbriefe mit kurzfristiger Laufzeit. Diese dienten den Banken als alternative Möglichkeit, Liquidität sicher zu parken. Doch das Finanzministerium ist rechtlich gezwungen, seine Cash-Reserven herunterzufahren und die Begebung eigener Anleihen zu reduzieren, um Schuldenobergrenzen nicht zu verletzen.

          Bild: F.A.Z.

          Der Kongress konnte sich bisher noch nicht auf eine Anhebung der Schuldenobergrenze verständigen und zwang Finanzministerin Janet Yellen jetzt zu ersten Maßnahmen, um die Zahlungsfähigkeit der Regierung für die nächsten Wochen zu sichern. Das Ergebnis ist, dass noch mehr Liquidität zu parken ist. Analysten sagen voraus, dass tägliche Reverse-Repo-Geschäfte den Umfang von 1,3 Billionen bis zu 2 Billionen Dollar in diesem Jahr annehmen könnten.

          John Canavan, Analyst von Oxford Economics, sieht in der Entwicklung die Bestätigung eines seit Jahren regierenden Trends: Statt in Forschung oder produktive Assetklassen zu investieren, parken Banken ihr Geld lieber sicher. Die Neigung sehe man auch bei den Aktienrückkauf-Programmen. Gleichwohl erwartet er bei den Reverse-Repo-Geschäften bald Entlastung nach einer Einigung über die Schuldengrenze im Kongress und spätestens, wenn die Fed ihr Anleiheprogramm herunterfährt. Das erwartet er für den Beginn nächsten Jahres.

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