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Kurse steigen deutlich : Bidens Amtsübernahme beflügelt die Börsen

  • Aktualisiert am

Amerika bereitet sich vor. Bild: AFP

Die Anleger stimmt die Amtseinführung von Joe Biden als Amerikas neuer Präsident zuversichtlich. In Deutschland notieren M-Dax und S-Dax zeitweise sogar so hoch wie noch nie. Auch an der Wall Street gibt es Rekorde.

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          Die Amtseinführung des neuen amerikanischen Präsidenten Joe Biden hat der Wall Street ein neues Rekordhoch beschert. Der Dow Jones lag bei Börsenschluss in New York am Mittwochabend mit 0,8 Prozent im Plus und erreichte einen neuen Höchststand von 31.188,38 Punkten. Der Technologieindex Nasdaq kletterte sogar um zwei Prozent auf 13.457,25 Punkte, der Index S&P 500 stand nach Börsenschluss mit 1,4 Prozent im Plus.

          Bidens Amtsantritt löste Hoffnungen auf eine rasche wirtschaftliche Erholung von der Corona-Krise aus. Der Demokrat hatte im Wahlkampf die Bewältigung der Corona-Pandemie zur Priorität erklärt und weitere Unterstützungsleistungen für von der Krise Betroffene angekündigt.

          Auch auf dem deutschen Börsenparkett wurde der Tag der Vereidigung schon vorab gut aufgenommen. Der Dax stieg am Nachmittag um 0,67 Prozent auf 13.907,14 Punkte. Der M-Dax der mittelgroßen Werte folgte ihm um 0,90 Prozent auf 31.573,46 Zähler nach oben, bei ihm reichte es im Tagesverlauf wie beim S-Dax für einen Rekord. Der Eurozonen-Leitindex Euro Stoxx gewann 0,56 Prozent.

          Verlängerter Lockdown bereits erwartet

          „Jetzt muss Biden beweisen, dass die Vorschusslorbeeren, mit denen die Finanzmärkte ihn bedacht haben, auch gerechtfertigt sind“, erklärte Esther Reichelt von der Commerzbank. Im Kampf gegen die Pandemie sollte er also schnelle Ergebnisse liefern, um die Anleger bei Laune zu halten. Wie Reichelt ergänzt, lassen sich große Teile seines Pakets aber nur in Zusammenarbeit mit den Republikanern umsetzen.

          Die am Vortag beschlossene Verlängerung des Lockdowns in Deutschland war am Markt bereits erwartet worden. Ökonomisch gesehen sei das schlimmste noch einmal vermieden worden, kommentierten die Experten der LBBW. „Die beschlossenen Maßnahmen greifen stärker in das Wirtschaftsgeschehen ein, aber die Träger der konjunkturellen Erholung – insbesondere die Industrie – bleiben weitgehend verschont.“

          Auf Unternehmensseite wurde BASF mit starken Eckdaten zu einer Stütze für den gesamten Chemiesektor. Die Ludwigshafener haben im Schlussquartal besser abgeschnitten als erwartet, Jefferies-Analyst Laurence Alexander sieht darin einen Vorgeschmack der zyklischen Erholung. Die BASF-Anteile legten 1,7 Prozent zu, Covestro wurden mit plus 3,4 Prozent sogar zum größten Dax-Gewinner.

          Ansonsten gab es Gesprächsstoff in der Chip- und Autobranche. Eine optimistische Wachstumsprognose des Branchenausrüsters ASML trieb die Aktien von Infineon um 2,9 Prozent nach oben. Auch die Aktien von Aixtron und Dialog Semiconductor wurden davon gestützt.

          Der Euro dreht ins Minus

          Im Autosektor halfen laut Marktbeobachter Andreas Lipkow von der Comdirect positive Äußerungen des VW-Managements zum chinesischen Absatzmarkt. Der VW-Anstieg um 2,6 Prozent wurde aber noch getoppt von Daimler mit einem 3,2-prozentigen Plus. Zum zusätzlichen Treiber für die Stuttgarter wurde eine Kaufempfehlung durch die britische Großbank HSBC.

          Im M-Dax gehörten die gut vier Prozent höheren Aktien von Hugo Boss trotz des verlängerten Lockdowns zu den besten Werten. Eine Anteilserhöhung auf mehr als 15 Prozent durch die britische Fraser Group sorgte hier bei Anlegern für Phantasie. Ein Minus von 3,2 Prozent mussten im S-Dax die Aktionäre von Borussia Dortmund einstecken. Wegen einer Niederlage im Top-Duell mit Bayer Leverkusen wackelt der Platz für eine Qualifikation zur lukrativen Champions League. Außerdem gibt der verlängerte Lockdown weiter keine Perspektive für eine Rückkehr der Zuschauer in die Stadien.

          Dagegen ritten die Anleger der Global Fashion Group weiter auf ihrer Rekordwelle, die Aktien des Online-Händlers zogen im S-Dax um 6,7 Prozent an. In der Spitze wurden sie knapp über 13 Euro gehandelt. Neue Kursfantasie brachte hier eine optimistische Erstbewertung durch Goldman Sachs. Analyst Richard Edwards sieht noch Luft nach oben bis 16 Euro.

          Der Euro ist nach anfänglichen Gewinnen ins Minus gedreht, zuletzt wurden 1,2105 Dollar gezahlt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Vortag auf 1,2132 Dollar festgesetzt. Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von minus 0,54 Prozent am Vortag auf minus 0,55 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,03 Prozent auf 146,06 Punkte. Der Bund-Future gab zuletzt um 0,05 Prozent auf 177,31 Punkte nach.

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