https://www.faz.net/-gv6-9m19m

Geschäfte mit Trump : Amerikas Demokraten fordern Informationen von Deutscher Bank

  • Aktualisiert am

Glasfassade der Deutschen Bank in Frankfurt: Kam es zu krummen Geschäften mit Donald Trump in den 1990ern? Bild: Bäuml, Lucas

Es geht um mögliche Bürgschaften durch die Russen: Amerikas Demokraten drängen die Deutsche Bank dazu, frühere Geschäftsbeziehungen zu Trump offenzulegen. Auch amerikanische Kreditinstitute wurden dazu aufgefordert.

          Die Demokraten in Amerika verstärken in ihren Nachforschungen zu den Finanzverhältnissen von Präsident Donald Trump den Druck auf die Deutsche Bank. Zwei von den Demokraten dominierte Ausschüsse des Repräsentantenhauses stellten am Montag verbindliche Aufforderungen, sogenannte Subpoenas, an die Deutsche Bank aus, ihnen Informationen über ihre früheren Geschäftsbeziehungen zu dem Immobilienmogul zu liefern.

          Die Ausschüsse verlangten von der Deutschen Bank Auskünfte über ihre früheren Darlehen an Trump, zitierte der TV-Sender CNN einen Insider. Auf diese Darlehen haben die Demokraten, die seit Jahresbeginn über eine Mehrheit im Repräsentantenhaus verfügen, schon seit längerem ein besonderes Augenmerk gerichtet.

          Der Vorsitzende des Geheimdienstausschusses, Adam Schiff, erklärte, das Gremium habe im Rahmen seiner Untersuchungen zu möglicher ausländischer Einflussnahme auf die amerikanischen Politik Subpoenas an die Deutsche Bank und andere Finanzinstitutionen ausgestellt. Die Subpoena an die Deutsche Bank sei von „freundlicher“ Natur, fügte er hinzu. Die Bank habe sich „sehr kooperativ“ gegenüber seinem Ausschuss verhalten.

          „Produktiver Dialog“

          Auch der Ausschuss zur Überwachung des Finanzsektors stellte nach amerikanischen Medienberichten Subpoenas an die Deutsche Bank und andere Geldinstitute aus. Die Ausschussvorsitzende Maxine Water erklärte zu den Berichten lediglich, ihr Gremium spüre möglichen Missbräuchen des amerikanischen Finanzsystems zu „unerlaubten Zwecken“ auch insofern nach, als der Präsident und seine Verbündeten involviert sein könnten. Eine Sprecherin der Deutschen Bank erklärte, ihr Institut stehe mit den beiden Ausschüssen in einem „produktiven Dialog“. Die Bank sehe sich weiterhin verpflichtet, im Rahmen ihrer gesetzlichen Verpflichtungen „allen autorisierten Untersuchungen die angemessenen Informationen zu liefern“.

          Die Subpoenas betreffen laut amerikanischen Medien neben der Deutschen Bank unter anderem auch die Finanzdienstleister und -Banken JPMorgan Chase, Bank of America and Citigroup. Es gehe dabei um mögliche Geldwäscheaktivitäten in Russland und Osteuropa, zitierte die „New York Times“ mehrere Insider.

          Bürgte Russlands Regierung für Trumps Kredite?

          Die Verbindungen der Deutschen Bank zu Trump reichen rund zwei Jahrzehnte zurück. Nach den Pleiten, die der Immobilienmogul in den neunziger Jahren mit seinen Casinos und Hotels in Atlantic City erlitten hatte, machten die meisten großen Banken einen großen Bogen um ihm. Die Deutsche Bank war damals dagegen bereit, Trump aus der Patsche zu helfen.

          Sprinter – der politische Newsletter der F.A.Z.
          Sprinter – der Newsletter der F.A.Z. am Morgen

          Starten Sie den Tag mit diesem Überblick über die wichtigsten Themen. Eingeordnet und kommentiert von unseren Autoren.

          Mehr erfahren

          Zeitweise stand Trump laut amerikanischen Medienberichten bei der Deutschen Bank mit 340 Millionen Dollar (nach heutigem Wert: rund 300 Millionen Euro) im Minus. Inzwischen sollen es weniger sein. Die Demokraten wittern einen möglichen Zusammenhang mit der Affäre um die Russland-Verbindungen des Trump-Lagers. Waters äußerte bereits im Mai 2017 in einem Schreiben an die Deutsche Bank den Verdacht, dass Darlehen des Instituts für Trump und seine Familie durch Bürgschaften der russischen Regierung abgesichert worden seien, „oder in irgendeiner Weise mit Russland in Verbindung standen“.

          Schiff hatte die Deutsche Bank auch als „offenkundigen Ausgangspunkt“ für die Untersuchung möglicher Geldwäsche-Aktivitäten durch den Trump-Konzern bezeichnet. Das Institut steht wegen seiner Verwicklung in Geldwäsche-Skandale seit Jahren unter Druck. Anfang 2017 hatte die Deutsche Bank gegenüber den Aufsichtsbehörden in den Vereinigten Staaten und Großbritannien in Zahlungen von insgesamt 630 Millionen Dollar eingewilligt, weil sie suspekten Geldflüssen aus Russland nicht nachgegangen war.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Konkurrenz lauert : Herbe Enttäuschung von Netflix

          Der Videodienst gewinnt weniger Kunden als erwartet. Auf seinem Heimatmarkt schrumpfen die Abonnentenzahlen sogar. Die Aktie verliert deutlich an Wert, denn die Sorgen werden auch in Zukunft nicht weniger.
          Unser Sprinter-Autor: Timo Steppat

          F.A.Z.-Sprinter : Teurere Flugtickets – fürs Klima?

          Die Bundesregierung berät über Klimaschutzmaßnahmen, die EU-Innenminister streiten über die Flüchtlingsverteilung – und in Königswinter beginnt der Petersburger Dialog. Was heute sonst noch wichtig wird, steht im F.A.Z.-Sprinter.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.