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Strafen für Banken : Erst Vertrauen zerstört, dann Regeln verletzt

  • -Aktualisiert am

Die Zentrale der Deutschen Bank Bild: dpa

Die US-Börsenaufsicht hat mehr als ein Dutzend Wall-Street-Häuser zu hohen Geldstrafen verdonnert. Das haben sich die Banken gleich doppelt selbst eingebrockt.

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          Ach, was wäre es schön, wenn man sich bei Bankgeschäften darauf verlassen könnte, dass Kundenberater korrekt über die Anlagen informieren! Und wie schön wäre es erst, man könnte darauf vertrauen, dass es an der Börse faire Kurse für alle gibt und niemand Insiderwissen ausnützt! Dieses Vertrauen allerdings haben Banken spätestens mit der Finanzkrise gründlich verspielt. Die Gesetzgeber haben auf deren Fehlverhalten reagiert. Banken müssen nun Telefonate mit ihren Kunden jahrelang speichern. Das ist sehr bürokratisch, und ob es das Vertrauen zu den Kunden stärkt, ist fraglich.

          Aber es ist richtig, dass Bankaufseher kontrollieren, ob Finanzinstitute die Regeln einhalten. Hier zeigen US-Behörden mehr Biss als deutsche. Sie haben nun die Deutsche Bank samt ihrer Fondsgesellschaft DWS sowie mehr als ein Dutzend weiterer Wall-Street-Häuser zu hohen Strafen verdonnert, weil Bankmitarbeiter mit Kunden über Dienste wie Whatsapp kommunizieren, privates und dienstliches vermischen und die lange Speicherung der Gespräche dort kaum gegeben ist. Die Strafen haben sich die Banken gleich doppelt selbst eingebrockt: Erst Vertrauen zerstört, dann Regeln verletzt.

          Hanno Mußler
          Redakteur in der Wirtschaft.

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