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Unternehmensanleihen : Bastei Lübbe offeriert mit Anleihe interessante Verzinsung

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Bild: Verlag

Zur internationalen Expansion will die Bastei Lübbe GmbH & Co. KG eine Unternehmensanleihe platzieren. Das Papier bietet eine Rendite von 6,75 Prozent. Das klingt vergleichsweise lukrativ.

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          Der auf Unternehmensanleihen von mittelständischen Unternehmen fokussierte Mittelstandsmarkt der Börse Düsseldorf erhält weiteren Zuwachs. Nächster Emittent will die Bastei Lübbe GmbH & Co. KG sein. Noch bis zum 21. Oktober bietet einer der größten inhabergeführten Verlage Deutschlands eine Unternehmensanleihe (Isin DE000A1K0169) zur Zeichnung an.

          Ausgestattet ist das Papier dabei mit einem jährlichen Zinssatz von 6,75 Prozent, einem Ausgabekurs von 100 Prozent, einer Laufzeit von fünf Jahren (26. Oktober 2016) und einem Emissionsvolumen von bis zu 30 Millionen Euro. Die Emission eignet sich auch für Privatanleger, da die Mindestzeichnungssumme nur 1.000 Euro beträgt. Ab voraussichtlich dem 26. Oktober 2011 soll bei erfolgreicher Plazierung für die Inhaber-Teilschuldverschreibung der Handel an der Börse Düsseldorf und im Open Market der Frankfurter Wertpapierbörse aufgenommen werden.

          Verwendet werden sollen die erlösten Mittel zur Finanzierung der Wachstumsstrategie. Diese beinhaltet den Angaben zufolge vorrangig Investitionen in Akquisitionen sowie zweitrangig Investitionen in den Bereich Entertainment (Digitale Produkte, insbesondere eBooks und Webnovels). „Für unsere großen Wachstumsschritte in Richtung digitaler Medien sind Investitionen wichtig, damit wir weiterhin mit der Zeit gehen und die Chance der neuen Möglichkeiten und Entwicklungen in diesem Bereich nutzen können“, sagt dazu Verleger Stefan Lübbe, der mit 97 Prozent der Geschäftsanteile Hauptgesellschafter des Unternehmens ist.

          Mittelzufluss soll in den Ausbau der Geschäfte fließen

          Ferner ist beabsichtigt, die Verwertungskette langfristig stärker zu diversifizieren und sich zu einem mehrdimensionalen Medienhaus mit vielfältiger Verwertung der Inhalte zu entwickeln. Neben den bereits besetzten Feldern „Print“, „Audio“ und „Entertainment (digitale Medien)“ sollen auch die Bereiche „TV/Kino“, „Game“ sowie „Merchandising“ weiter ausgebaut werden. Soweit der Emissionserlös nicht vollständig investiert wird, beabsichtigt das Unternehmen zudem, freie Mittel zur Rückzahlung bestehender Darlehen zu verwenden.

          Derzeit befinden sich im Programm rund 3.500 lieferbare Bücher und es werden jährlich rund 600 Neuerscheinungen verlegt. Zudem werden rund 13 Millionen Roman- und Rätselhefte pro Jahr verkauft (darunter sind Kultserien wie „Jerry Cotton“, „John Sinclair“ oder „Der Bergdoktor“). Der Verlag ist seit drei Jahren die Nummer eins in der Belletristik (Hardcover), Marktführer bei historischen Romanen, Spannungsromanen und Jugendbüchern. Zu den bekanntesten Autoren im Verlag zählen Dan Brown („Das Sakrileg“) und Ken Follett („Die Säulen der Erde“).

          Was die Geschäftszahlen angeht, so wurde in dem am 31. März ausgelaufenen Geschäftsjahr 2010/2011 ein Umsatz von 74,5 Millionen Euro erzielt. Der Jahresüberschuss belief sich auf 6,8 Millionen Euro. Für das laufende Jahr wird mit einer Spanne beim Gewinn vor Steuern und Zinsen von 8 bis 10 Prozent gerechnet, was etwas niedriger als im Vorjahr wäre.

          Rating im Investment-Grade-Bereich

          Das ist ebenso solide wie die Eigenkapitalquote von zuletzt 29 Prozent. Das Verhältnis der Netto-Verschuldung zum Gewinn vor Steuern, Zinsen, Abschreibungen und Amortisationen belief sich dabei auf das 1,2-fache, das Verhältnis von Nettoverschuldung zum Free Cashflow auf das 2,2-fache. Die Bonität von Bastei Lübbe wurde von der Ratingagentur Creditreform Rating AG mit der Note BBB bewertet und liegt damit im Investment-Grade-Bereich. Das Verlagsgeschäft gilt as relativ konjunkturresistent. Bestätigt wurde diese These auch während der Finanzkrise, denn auch 2008 und 2009 sind die Branchenumsätze leicht gewachsen.

          Chancen, aber auch Risiken beinhaltet für den Sektor das Geschäft mit den digitalen Medien. Der Bereich gilt zwar als wachstumsstark, wer hiervon allerdings letztlich profitieren wird, erscheint derzeit noch offen. Die Bastei Lübbe, deren Wurzeln bis in das Jahr 1953 zurückreichen, verkauft zwar bereits Ebooks und Apps und künftig sollen die digitalen Inhalte über Apple, Google und Amazon weltweit verkauft werden. Als Familienunternehmen befindet man sich aber im Kampf mit finanzkräftigen Großkonzernen, was natürlich eine Herausforderung darstellt.

          Wer investiert sollte diesen Risikofaktor im Hinterkopf behalten. Doch laut Christian Schiffmacher zählt die Bastei Lübbe zu den profitabelsten mittelständischen Anleiheemittenten und der Kupon liegt mit 6,75 Prozent über der durchschnittlichen Rendite von anderen Mittelstandsanleihen aus den Bereichen Konsum und Retail. Der Chefredakteur des auf Anleihen spezialisieren Publikation Bond Magazine zählt die Anleihe deshalb zu den attraktivsten Mittelstandsanleihen überhaupt und rät zur Zeichnung.

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