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Benjamin Fischer

Universal Music : Börsenhit mit Ansage

Drake hat ein eigenes Label, für seine Veröffentlichungen arbeitet er aber auch mit dem Universal-Label Republic Records zusammen. Bild: dpa

Die Preise für Kataloge sind enorm gestiegen und schon die Nummer drei der Branche kommt auf eine Bewertung von mehr als 20 Milliarden Dollar. Der starke Start von Universal war da nur folgerichtig.

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          Als die Nummer drei im Musikgeschäft im Juni 2020 an die Börse zurückkehrte, wurde Warner Music zunächst mit rund 12,8 Milliarden Dollar bewertet. Heute sind es mehr als 20 Milliarden Dollar. Dieser Umstand unterstreicht, dass es nicht allzu viel Optimismus bedurfte, um die Bewertung von Universal Music vor dem anstehenden Börsengang für relativ niedrig zu halten. Schließlich sind auch die Preise für einzelne Rechte-Kataloge in jüngster Vergangenheit enorm gestiegen.

          Denn längst kämpfen nicht mehr nur Musikunternehmen um lukrative Autorenrechte oder solche an Musikaufnahmen. Auch diverse mächtige Finanzinvestoren sind hier längst aktiv. Getrieben wird die Entwicklung von der Annahme, dass ein baldiges Ende des Streaming-Booms nicht in Sicht ist, obwohl das Wachstum in manch etabliertem Markt beginnt abzuflauen. Geld für die Nutzung von Musik fließt aber natürlich auch auf diversen anderen (digitalen) Kanälen wie beispielsweise beim Abspielen auf einem Peloton-Bike.

          Der zunehmend digitale Markt bietet auf der anderen Seite Künstlern die Chance, mehr selbst in die Hand zu nehmen und so einen größeren Teil der Einnahmen aus ihrer Musik zu behalten. Dass nicht nur ein Superstar wie Drake dennoch für die Vermarktung seiner Musik (veröffentlicht auf seinem eigenen Label) mit Universal zusammenarbeitet, zeigt jedoch: Die Platzhirsche sind als Partner weiter gefragt – erst recht die Nummer eins. Das dürfte auch für Anleger gelten.

          Benjamin Fischer
          Redakteur in der Wirtschaft.

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