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Ungleichheit : Garantiert kein Zins für die Altersvorsorge

  • -Aktualisiert am

Die ehemalige SPD-Vorsitzende wollte Betriebsrenten stärken – doch ihr Plan steht auf dem Spiel Bild: dpa

Das ganze Land empört sich über die Ungleichheit. Jetzt hätten Gewerkschaften und Arbeitgeber die Chance, mit Betriebsrenten für eine bessere Verteilung der Vermögen zu sorgen. Doch sie kneifen.

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          Die Deutschen neigen in Gerechtigkeitsfragen zur Empörung. Das zeigt sich erst jetzt wieder, da eine Untersuchung der Hans-Böckler-Stiftung eine wachsende Einkommensungleichheit belegt. Und auf die zunehmende Spreizung der Vermögen haben viele eine scheinbar einfache Antwort: Eine Vermögensteuer sollte sie lindern.

          Wenn aber Gewerkschaften und Arbeitgeber in Form des Betriebsrentenstärkungsgesetzes die Chance haben, etwas gegen Ungleichheit zu tun, indem die Beschäftigten am Produktivvermögen der Wirtschaft beteiligt werden, kneifen sie. Dabei ist offensichtlich, dass ihr Festhalten an Garantien in der Altersvorsorge Aktieninvestitionen unmöglich macht und bei fortgesetztem Niedrigzins zu mickrigen Betriebspensionen führen wird. Anschließend muss man wieder nach dem Staat rufen, der wegen des demographischen Wandels die Renten beschneiden musste.

          Gleichzeitig sehen viele nicht ein, dass Familienunternehmer mit ihrem Kapitaleinsatz Risiken eingehen, die der Gesellschaft insgesamt nützen und dafür eine Risikoprämie erhalten. Schweden und Niederländer verstehen das, deshalb fällt ihre kapitalgedeckte Vorsorge sehr viel üppiger aus.

          Philipp Krohn

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Menschen und Wirtschaft“.

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