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Umfrage : Wenn Sparen Verzicht auf den Schuhkauf bedeutet

Schicke Schuhe der argentinischen Präsidentin Cristina Kirchner Bild: dpa

Frauen und Männer beurteilen finanziell so einiges anders. Aber auch das Alter verändert die Sicht auf Geld und Sparen.

          3 Min.

          In Finanzangelegenheiten sind die Menschen so verschieden wie sie es nur – auch in anderen Dingen – sein können. Manche schieben einfach alles auf die lange Bank und bezahlen daher auch ihre Rechnungen immer erst kurz bevor die erste Mahnung ins Haus flattert. Andere führen penibel Buch über jede noch so kleine Ausgabe und haben auch ihren Kontostand stets ganz genau im Blick.

          Kerstin Papon
          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Wie sich Deutsche im Alter von 18 Jahren an in Sachen Geldausgeben und Sparen im Einzelnen verhalten, zeigt eine repräsentative Umfrage der Teambank in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut Forsa, die der F.A.Z. exklusiv vorliegt. Ein Ergebnis dieser Analyse: Angehörige der Generation 50plus sind tendenziell weniger bereit, beim Sparen auf etwas zu verzichten als Menschen anderer Altersgruppen.

          Die Auslegung des Sparbegriffs ist demnach aber offenbar weit gefasst. Vor allem für viele Frauen bedeutet es zu sparen, wenn sie sich beim Kauf ihrer Bekleidung und Schuhe einschränken. So antworten jedenfalls drei Viertel der weiblichen Befragten auf die Frage, an welcher Stelle sie am ehesten zu sparen bereit wären, wenn sie ihre Ausgaben um 100 Euro im Monat reduzieren müssten. Von den Männern sagt das gut die Hälfte.

          Damit steht Mode auch im Gesamtdurchschnitt im Falle eines Verzichts vorn. An zweiter Stelle führen die Bundesbürger insgesamt ihre Urlaubsreisen an sowie Ausgaben für verschiedene Freizeitaktivitäten, Sport und Kultur, die im Fall der Fälle als nächstes zusammengestrichen würden. Das sagt jeweils gut jeder zweite Befragte, und so äußern sich zudem ähnlich viele Frauen wie auch Männer. Bei letzteren ist es gleichwohl die Urlaubsreise auf die sie gegebenenfalls zuerst verzichten würden.

          Deutlichere Unterschiede zwischen den Geschlechtern offenbaren sich wieder mit Blick auf Ausgaben für Lebensmittel. Hier würden Frauen laut Umfrage eher verzichten als es Männer tun, ein Drittel in der einen Gruppe vergleicht sich mit rund einem Fünftel in der anderen. Gemessen an allen Konsumausgaben geben die Bundesbürger aber noch immer viel weniger für Lebensmittel aus als andere Europäer, wie Daten des Statistischen Bundesamtes zeigen. Vor allem Franzosen und Italienern ist gutes Essen – zumindest im Durchschnitt – weit wichtiger. Am wenigsten verzichten würden die Deutschen laut der Umfrage der auf Kredite spezialisierten Teambank auf Geldanlagen und die Altersvorsorge, Versicherungen oder auch Dinge, die mit Bildung zusammenhängen. Mehrfachnennungen waren an dieser Stelle möglich.

          Was die Antwort auf die Frage anbelangt, wie die Deutschen ihr Geld anlegen, gehen sie bekanntermaßen gern auf Nummer sicher – trotz der schon seit Jahren so niedrigen Zinsen. Dies belegt auch die Umfrage. Denn während sich im Durchschnitt 57 Prozent der Bundesbürger mit Anlagen wie Sparbuch, Tages- oder Festgeld gut auskennen, gilt dies mit Blick auf Wertpapiere – zum Beispiel Aktien oder Fonds – nur in 27 Prozent der Fälle. Insofern müssten sie eigentlich auch wissen, dass Einlagen auf einem klassischen Sparkonto im Bundesdurchschnitt nur noch Null Prozent an Zinsen erbringen. Lediglich Festgeld mit längeren Laufzeiten von zum Beispiel zehn Jahren hebt sich nach Daten der FMH-Finanzberatung mit aktuell durchschnittlich gut 0,8 Prozent etwas davon ab. Zum Vergleich: Die Inflationsrate betrug hierzulande im August 1,4 Prozent. Das Geld der Sparer wird so also automatisch immer weniger wert.

          Am besten kennen sich die Deutschen in Finanzdingen laut der Umfrage aber mit der alltäglichen Planung der eigenen Einnahmen und Ausgaben aus. Bei weniger alltäglichen finanziellen Aspekten sehen sie dagegen Nachholbedarf. So ist demnach nur eine Minderheit mit Themen wie Immobilienfinanzierung (im Durchschnitt 36 Prozent), Kapitallebensversicherung (33) oder Verbraucherkrediten (23) vertraut. Vor allem der jungen Generation fehlen entsprechende Kenntnisse.

          Deutsche gelten im Ausland als besonders zuverlässig, gewissenhaft und fleißig. Das zeigt sich offenbar auch in Gelddingen. Denn im Durchschnitt neun von zehn Bundesbürgern bezahlen laut der Umfrage der Teambank ihre Rechnungen sofort, nachdem sie diese erhalten haben. Dies sagen aber interessanterweise mehr jüngere als ältere Befragte.

          Ein knappes Viertel aller Umfrageteilnehmer hat dagegen Schwierigkeiten bei so vielen Rechnungen und Abbuchungen, den Überblick zu behalten. Fast ebenso viele führen regelmäßig ein Haushaltsbuch. Eine App auf dem Smartphone zur besseren Finanzplanung nutzt insgesamt weniger als ein Sechstel der Befragten, Jüngere hingegen zu rund einem Drittel. Regelmäßig alle paar Tage auf den Kontostand schauen sechs von zehn Deutschen und haben ihre Finanzen dabei hoffentlich gut im Blick.

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