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Umfrage : Euroraum hat das Schlimmste noch vor sich

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In der Schuldenkrise haben die Euro-Länder einer Umfrage unter Volkswirten zufolge das Schlimmste noch vor sich. Ein Auseinanderbrechen der Währungsunion befürchten jedoch die wenigsten.

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          In der Schuldenkrise haben die Euro-Länder einer Umfrage unter Volkswirten zufolge das Schlimmste noch vor sich. Zu diesem Schluss kamen 55 von 64 von Reuters befragten Experten. Lediglich neun waren der Ansicht, dass die Euro-Zone bereits die Kurve gekratzt habe. Ein Auseinanderbrechen der Währungsunion befürchten jedoch die wenigsten. Nur zehn gingen davon aus, dass die Euro-Zone das Jahr 2012 in ihrer jetzigen Form nicht überstehen werde. Das größte Risiko für die Stabilität der Wirtschaft sei nach wie vor Griechenland. "Alle Augen richten sich weiter auf Griechenland", sagte James Nixon von Societe Generale. Die Aussichten seien weiter sehr düster. "Aber wenn das Geld weiter fließt, wird Griechenland überleben."

          Dass Frankreich wegen der Schuldenkrise seine Spitzenbonität in den nächsten drei Monaten verlieren wird, sehen viele als ausgemachte Sache an. 18 von 59 befragten Volkswirten sagten, es sei höchst wahrscheinlich, 33 schätzten, dass es wahrscheinlich sei. Auch Belgien, Italien und Spanien müssten Herabstufungen fürchten, urteilte die Mehrheit der Befragten. Wie ein Damokles-Schwert hängt derzeit die Aussicht auf eine Massenherabstufung durch die Rating-Agentur S&P über allen Ländern der Euro-Zone - Deutschland inklusive. Mit Herabstufungen gehen in der Regel höhere Zinsen für Staatsanleihen einher. So musste Frankreich schon jetzt Investoren zunehmend höhere Zinsen bieten.

          Dass die Europäische Zentralbank den klammen Staaten bis Juni mit neuen Anleiheankaufprogrammen unter die Arme greift, halten die Volkswirte für eher unwahrscheinlich. Lediglich ein Drittel geht davon aus.

          Im Gegensatz zu den Experten in der Umfrage fordert der Länderrating-Chef der Ratingagentur Fitch von der EZB eine Ausweitung der umstrittenen Ankäufe von Staatsanleihen europäischer Problemländer. "Kann der Euro ohne beherztes Eingreifen der EZB überleben? Um ehrlich zu sein, wir denken Nein", sagte David Riley vor Investoren. Ein Zusammenbruch des Euro hätte katastrophale Folgen. Vor allem Italien müsse unterstützt werden.

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