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Umbau : Die Commerzbank kennt nur ein Tabu

Flaggschiff-Filiale der Commerzbank in Mainz Bild: Frank Röth

Die zweitgrößte Privatbank könnte ihr Filialnetz ausdünnen. Dabei geht es ihr weniger um die Kosten – vor allem sollen bessere Standorte her. Ein kostenfreies Girokonto soll es weiter geben.

          32 Prozent hat die Aktie der Commerzbank in den vergangenen drei Monaten verloren, so viel wie kein anderer M-Dax-Wert. Auf 4,72 Euro fiel in diesem Monat die Aktie – so tief wie nie. Der Vorstand musste zuvor Ertrags- und Effizienzziele aufgeben.

          Hanno Mußler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Kein Wunder, dass in einer solchen Gemengelage die jährliche Strategieüberprüfung von Aufsichtsrat und Vorstand in diesem September keine Routinesitzung wird. Vielmehr muss sich die Commerzbank neue Ziele für die Jahre ab 2020 stecken und stellt gerade dafür strategisch vieles in Frage. Nur eines scheint jetzt schon klar: Ein kostenfreies Girokonto zur Neukundengewinnung wird es von der Commerzbank nach Informationen der F.A.Z. weiterhin als Basisvariante geben. Damit will sich die Commerzbank dem harten Wettbewerb im Privatkundengeschäft stellen, den auch die spanische Santander Bank im September mit dem Markteintritt einer neuen Smartphone-Bank („Openbank“) in Deutschland nach dem Vorbild von N26 auch mit kostenfreiem Girokonto weiter anheizen will.

          Während in der Commerzbank das kostenfreie Girokonto nicht zur Disposition steht, sind Einschnitte ins Filialnetz durchaus ein Thema. Anders als „Handelsblatt“ und „Manager-Magazin“ berichten, geht es dem Vorstand aber dem Vernehmen nach wohl weniger darum, wie viele der noch rund 1000 Standorte geschlossen werden. Angeblich gibt es Szenarien, in denen nur noch mit 600 bis 650 und 800 bis 850 Filialen kalkuliert wird. Die Commerzbank wollte dies am Mittwoch nicht kommentieren.

          Im Dezember hatte Privatkundenvorstand Michael Mandel im Gespräch mit der F.A.Z. argumentiert, die Zahl der Filialbesuche sei über die Jahre nahezu konstant geblieben und die Kosten des Filialnetzes (Miete ohne Personal) mit 7 Prozent der Gesamtkosten überschaubar. Es gehe vielmehr darum, künftig leistungsstärkere Filialstandorte zu finden: kleinere, günstigere, aber in besserer Lage. Daran habe sich nichts geändert, heißt es. Geändert hat sich indes die personelle Zuständigkeit: Die Architektin Susanne Fleckenstein, von der Commerzbank als kostenbewusste Managerin ihres Filialbestandes eingestellt, ist im Frühjahr zu Aldi Nord gewechselt.

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