https://www.faz.net/-gv6-9pvn5

Studie : Übernahmewelle verschärft Auslese bei Fintechs

  • Aktualisiert am

Übernahmekandidaten? Die drei Gründer von Weltsparen haben seit Juli mit Goldman Sachs einen neuen Investor. Bild: FAZ

In den ersten sechs Monaten des Jahres wurden in Deutschland 16 Fintechs übernommen. Damit bewegt sich die Branche auf einen Jahresrekord zu.

          1 Min.

          In Deutschland verschwinden durch Übernahmen immer mehr Fintechs vom Markt. Allein im ersten Halbjahr wurden 16 dieser Unternehmen aufgekauft, wie eine am Donnerstag veröffentlichte Analyse der Beratungsgesellschaft PwC zeigt. Damit dürfte in diesem Jahr ein Rekord verzeichnet werden: Der jüngste Höchststand von 2017 liegt bei 20 Übernahmen.

          „Es gibt viele Fintechs, die zwar über zukunftsweisende Technologien verfügen, sich aber schwertun, als eigenständiger Anbieter eine auskömmliche Marktnische zu besetzen“, sagte Sascha Demgensky, Fintech-Experte bei PwC. Auf der anderen Seite stünden Banken, Versicherer und Vermögensverwalter, die ihre Geschäftsmodelle digitalisieren müssten, aber nicht die nötigen Kapazitäten hätten. Seit 2013 habe es 92 Übernahmen von Fintechs gegeben.

          Die Analyse zeigt, dass sich die Auslese in der noch jungen Branche ungebremst fortsetzt. Erst jüngst hatte PwC eine Pleitewelle unter Finanz-Start-ups verzeichnet. Demnach gaben 233 Firmen seit 2011 ihre Geschäfte auf, allein 34 in den ersten fünf Monaten 2019 - so viele wie noch nie zu diesem Zeitpunkt des Jahres. Viele Gründer haben demzufolge etwa die Kosten der Kundenakquise unterschätzt.

          Finanz-Start-ups wollen mit intuitiver Technik Überweisungen, Sparen, Kredite oder Versicherungen schneller und bequemer machen. Rasch wurden sie als Gefahr für Banken gehandelt. Zuletzt zeigte sich aber, dass sich nur wenige durchsetzen - typisch für eine junge Branche.

          Bei Käufen von Start-ups waren vor allem andere Fintechs aktiv. Auf sie entfielen allein 41 der 92 Übernahmen seit 2013. Banken folgten erst mit großem Abstand. Bei der Übernahme durch ein Geldhaus oder ein anderes etabliertes Unternehmen stießen oft unterschiedliche Firmenkulturen aufeinander, erklärt Demgensky. „Es ist daher verständlich, dass Banken noch sehr vorsichtig agieren.“ Fusionierten Start-ups hingegen untereinander, passten meist die Kulturen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Alte Akten im Sozialrathaus Bockenheim in Frankfurt am Main in einer Aufnahme aus dem Jahr 2013

          Gesetzeslücke : Das Geschäft mit den Scheinvaterschaften

          Wenn ein Sozialhilfeempfänger angibt, er sei der Vater des Kindes einer ausländischen Frau, bekommt sie ein Aufenthaltsrecht und Sozialleistungen. Daran verdienen auch Notare mit.
          Festakt zum 80. Geburtstag: Helmut Kohl und Maike Kohl-Richter 2010 in Ludwigshafen

          Gedenken an Helmut Kohl : Die Stiftung und der Streit mit der Witwe

          Der Bundestag hat beschlossen, den „Kanzler der Einheit“ mit einer Gedenkstiftung zu ehren wie vor ihm die Bundeskanzler Konrad Adenauer, Willy Brandt und Helmut Schmidt. Aber es gibt Konflikte mit Maike Kohl-Richter.

          Ducati SuperSport 950 : So schön, um wahr zu sein

          Die Ducati SuperSport 950 sieht aus wie eine Rennmaschine, ist aber ein feiner Sporttourer. Das Plus an Sportlichkeit ist in erster Linie optischer Natur.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.